Jüdischer Weltkongress bedankt sich für Heilig-Land-Besuch des Papstes

Der interreligiöse Dialog ist notwendig für die Zukunft

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ROM, 26 Mai 2009 (ZENIT.org).- Hohe Vertreter des Jüdischen Weltkongresses besuchten am vergangenen Freitag, den 22. Mai, den Vatikan, um ihren Dank für die Apostolische Reise Papst Benedikts XVI. ins Heilige Land (8. - 15. Mai 2009) zum Ausdruck zu bringen. Die Delegation unter der Leitung des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, wurde von Kardinalstaatsekretär Tarcisio Bertone SDB empfangen.



In einer Presseerklärung des Jüdischen Weltkongresses wird darauf hingewiesen, dass der Papstbesuch trotz seiner Komplexität positiv gewesen sei und einen Eckstein dargestellt habe, um das gegenseitige Verständnis unter Christen und Juden zu stärken. Lauder bekräftigte zudem in Rom, dass jede Aussage zum Holocaust großer Aufmerksamkeit bedürfe. Kardinal Bertone soll gegenüber den Gästen betont haben, dass die Kirche „den einzigartigen Charakter des Holocausts“ anerkannt habe. Außerdem habe er klargestellt, dass es in den kirchlichen Einrichtungen keinen Platz für Holocaust-Leugner gebe.

Nach der Presseerklärung lud der Kardinalstaatsekretär die Führungspersönlichkeiten des Jüdischen Weltkongresses und alle Wissenschaftler dazu ein, bei der Untersuchung der privaten Archive von Pius XII. bis zum Jahr 1939 zu kooperieren. Zudem habe der Vatikan Fortschritte gemacht, damit den Historikern ein Zugang zu den Dokumenten Pius XII. aus der Zeit von 1939 bis 1945 ermöglicht werde.

Die Vertreter des Jüdischen Weltkongresses betonten, dass man nur dann den Herausforderungen der Zukunft begegnen könne, wenn der interreligiöse Dialog gestärkt und seine Ergebnisse der Welt korrekt mitgeteilt würden. „Wir müssen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Religionsfreiheit überall respektiert und die Religion nicht benutzt wird, um Extremismus und Terror zu rechtfertigen“, so Lauder.

Der Jüdische Weltkongress (World Jewish Congress, WJC) ist eine internationale Vereinigung von jüdischen Gemeinschaften und Organisationen. Der politische Anspruch des WJC ist die Vertretung aller Juden in der Diaspora, also jener, die außerhalb des Staates Israel leben. Die Einrichtung wurde am 13. August 1936 in Genf von Nahum Goldmann, der ihm bis 1978 als Präsident vorstand, und Vertretern aus 32 Nationen gegründet.