Jungen Müttern eine Chance geben!

Katholischer Frauenverband IN VIA fordert frühzeitiges Beratungsangebot und Teilzeitausbildung

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 425 klicks

Der Katholische Frauenverband IN VIA fordert bessere unterstützende Rahmenbedingungen, die der Ausbildung junger Mütter dienen. „Junge Mütter wünschen sich ein unterstützendes Umfeld, gute berufliche Perspektiven und eine verlässliche Kinderbetreuung.“ Der Rechtsanspruch auf eine Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren sieht IN VIA als einen wichtigen Schritt.

IN VIA fordert deshalb im Positionspapier „Bessere Ausbildungschancen“, junge Mütter schon während der Elternzeit zu fördern und zu beraten, eine Teilzeitausbildung zu initiieren und eine assistierte Ausbildung gesetzlich zu verankern sowie einen Rechtsanspruch auf Leistungen der sozialen Integration zu verankern und kontinuierliches personales Angebot im SGB II sicherzustellen.

Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland, erklärt: „Da 50 Prozent aller alleinerziehenden Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, müssen dringend mehr Ausbildungsangebote in Teilzeit geschaffen werden. Dies ist für Alleinerziehende eine entscheidende Voraussetzung, um anschließend eigenständig den Lebensunterhalt für ihre Familie erwirtschaften zu können.“

Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit bezogen im Jahr 2011 628.000 alleinerziehende Bedarfsgemeinschaften SGBSozialgesetzbuch II-Bezug, was 18,3 Prozent aller Bedarfsgemeinschaften entspricht. 1,6 Millionen Menschen lebten im Jahr 2011 in alleinerziehenden Bedarfsgemeinschaften. Der Bildungsstand alleinerziehender Mütter sei teilweise etwas niedriger als von Müttern in Paarbeziehungen. 24 Prozent aller alleinerziehenden Mütter konnten maximal einen Hauptschulabschluss und/oder keinen Berufsabschluss vorweisen. Die Quote liegt bei Müttern in Paarbeziehungen etwas niedriger, bei 18 Prozent. Die Hälfte aller arbeitslosen Alleinerziehenden verfügt über keinen Berufsabschluss.

Zur Verbesserung der Situation der alleinerziehenden Mütter sind deshalb dringend Angebote zur beruflichen Orientierung und Qualifizierung mit flexiblen Förderbausteinen erforderlich. „Dazu gehören beispielsweise Beratung bei der Berufsplanung, Bewerbungshilfen sowie die Unterstützung bei der Alltagsbewältigung. IN VIA fordert deshalb einen Rechtsanspruch im Sozialgesetzbuch II auf kontinuierliche sozialpädagogische Beratung und Begleitung“, wie Irme Stetter-Karp erklärt.

„Junge Mütter sind bildungsorientiert und möchten für sich eine berufliche Perspektive entwickeln. Viele haben zwar den Wunsch nach einer Ausbildung, ihre Lebenslage hindert sie jedoch daran. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist ein zentrales Kinderbetreuungsangebot. IN VIA hat seit vielen Jahren Erfahrung in der Beratung, Begleitung und Qualifizierung von Alleinerziehenden. Zudem macht IN VIA Alleinerziehenden in prekären Lebenslagen Angebote, um sie je nach ihrem individuellen Bedarf in ihrer Alltagsbewältigung und bei Erziehungsfragen zu unterstützen, sie in ihrer beruflichen Integration zu fördern und ihnen praktische Hilfen anzubieten.“ 

„Flexible Arbeitszeiten und Arbeitszeitmodelle, Angebote zur Telearbeit und Möglichkeiten zur Kinderbetreuung sind Teile einer familienfreundlichen Personalpolitik, mit der Betriebe auf die familiäre Situation bzw. die Wünsche von Stellensuchenden eingehen und qualifiziertes Personal rekrutieren können“, wie die Autoren einer IAB-Studie (Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung) aufzeigen.