Junger Palästinenser entführt und ermordet

Patriarch Fouad Twal fordert das Ende menschlicher Opfer

Rom, (ZENIT.org) | 322 klicks

„Es ist politischer und religiöser Führungskräfte nicht würdig, wenn sie Rache unterstützen und dazu anregen. Rache zieht Rache nach sich, Blutvergießen führt zu weiterem Blutvergießen. Der Mord an unschuldigen Jugendlichen, jeder Mord an Jugendlichen, lässt diese zu Opfern auf dem teuflischen Altar des Hasses werden. Wir beten für die Eltern und Angehörigen dieser jungen Männer, die entführt und ermordet wurden“, so der lateinische Patriarch von Jerusalem Fouad Twal, nach der Nachricht der Verbrennung der Leiche des 16jährigen palästinensischen Jugendlichen Mohammad Abu Khdeir aus dem Flüchtlingscamp in Shuffat. Die Leiche wurde heute Morgen von der israelischen Polizei in einem Wald am Stadtrand von Jerusalem gefunden, nachdem die Familie ihn als vermisst gemeldet hatte.

Es liegt die Vermutung nahe, dass es sich nach der Entführung und Ermordung der drei jüdischen Jugendlichen, deren Leichen am 30. Juni in der Nähe von Hebron gefunden wurden, um einen Racheakt handelt.

„Der Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land und das Friedensgebet im Vatikan“, so der Patriarch, „hatten viele frohe Hoffnungen auf Frieden geweckt. Das Opfer dieser unschuldigen Jugendlichen zeigt, dass der Kreislauf der Gewalt, in dem wir leben, seine Vorherrschaft mit neuer Grausamkeit unter Beweis stellen will. Es scheint, als ob die entstandenen Hoffnungen zunichte gemacht werden sollen. Deshalb müssen wir auch künftig für das Wunder des Friedens beten. Im Bewusstsein, dass Hass und Wut allen schaden. Während Frieden und Vergebung allen gut tun.“

Am Abend des 1. Juli hatten hunderte jüdische Siedler an einer Kundgebung in der Altstadt von Jerusalem teilgenommen, bei der sie über mehrere Stunden hinweg gegen Araber protestierten und so ihre Wut nach dem Mord an den drei jüdischen Jugendlichen zum Ausdruck brachten. In Beit Hanina und Shuffat kam es heute zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei, nachdem die Leiche von Mohammad Abu Khdeir gefunden worden war. 

„Die Bevölkerung lebt seit Jahren in Trauer“, so Patriarch Twal, „und wir müssen uns von der perversen Logik derer befreien, die unschuldige Opfer auf beiden Seiten diskriminieren und glauben, dass der eigene Schmerz durch den Schmerz der anderen gelindert werden kann. Nur Vergebung führt zu Vergebung.“ (GV)

(Quelle: Fides 2/7/2014)