Junger Priester in Kolumbien ermordet

Tödlicher Dolchstich wegen eines Handys

| 1364 klicks

BOGOTA, Donnerstag, 19. Mai 2011 (ZENIT.org).- Am Donnerstag, dem 12. Mai, wurde ein weiterer Priester in Kolumbien getötet. Diesmal geschah der Mord in der Hauptstadt Bogota. Motiv war ganz offensichtlich der Diebstahl eines  Mobiltelefons.

Dies ist bereits der zweite Priester in kurzer Zeit, der durch einen tödlichen Messerstich der Straßengewalt zum Opfer fällt.

Der Priester Gustavo García (34) vergab seinem Mörder, bevor er im Krankenhaus starb. Der junge Priester bereitete gerade kolumbianische Jugendliche, die beim Weltjugendtag im August helfen werden, auf ihre Aufgabe vor.

„Letzte Nacht wurde in Bogota in Kolumbien der Ordenspriester Gustavo Garcia von der Kongregation von Jesus und Maria (Eudisten) im Alter von 34 Jahren getötet. Er bereitete mit Gebetswachen Jugendliche auf der Reise zum Weltjugendtag vor. Er war spiritueller Direktor der Universität Minuto de Dios in Bogota und Referent des Senders Minuto de Dios“, berichtete Alfredo Peláez Ángel ZENIT am 13. Mai.

Derselbe Leser hatte ZENIT vor drei Monaten die Nachricht von dem Mord an einem 26-jährigen kolumbianischen Priester in Rio Negro übermittelt, der am 12. Februar von einem Minderjährigen durch einen Kopfschuss getötet worden war. Der Vorfall hatte sich in einem Park in Rio Negro vor den Augen einer großen Menschenmenge ereignet, die sogleich mithalf, den Attentäter zu fassen.

Pater Gustavo Garcia, 34 Jahre, Kaplan an der Universität Minuto de Dios, wurde ermordet, weil ihm ein Mann in Bogotá sein Handy stehlen wollte. Kolumbiens Präsident bedauerte den Vorfall, Er gab auch bekannt, dass der Priester dem Mörder verziehen hatte, bevor er starb.

In einer Mitteilung der Kongregation von Jesus und Maria, üblicherweise als Eudisten bekannt, unterzeichnet vom Provinzial Guillermo Acero, wurde bestätigt, dass P. Gustavo García Bohórquez am Donnerstag, den 12. Mai um 18.30 Uhr verstorben ist.

„Pater Gustavo wartete auf einen Bus der Linie 68, um einer kranken Person einen pastoralen Besuch abzustatten. Er sprach gerade an seinem Mobiltelefon, als der Verbrecher ihn angriff, um ihm das Telefon zu stehlen und wurde dabei mit einem Messer tödlich verwundet. Man brachte ihn in die kolumbianische Colsanitas Klinik, aber sein Zustand war leider so ernst, dass er kurz darauf starb“, so der Bericht.

Pater Gustavo Garcia wurde am 21. September 1976 in Bogota geboren. Nach der Teilnahme an Gebetsgruppen trat er 1996 in die Kongregation von Jesus und Maria ein und legte am 16. April 2005 seine ewigen Gelübde ab. Das Studium der Philosophie absolvierte er an der Universität Minuto de Dios und das der Theologie an der Päpstlichen Universität Javeriana.

Am 31. März 2007 empfing er die Priesterweihe. Zwischen 2007 und 2010 übte er seinen pastoralen Dienst als Vikar der Pfarrei St. Johannes Eudes in Quito, Ecuador, aus. Seit  Juli 2010 trat er sich mit der Vereinigung Minuto de Dios in Beziehung und übernahm den Predigtdienst sowohl für Gruppen und Gemeinden als auch in den Medien. Derzeitig war er Kaplan an der Universität Minuto de Dios, Bogota, und begleitete Jugendgruppen der katholischen Charismatischen Erneuerung.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos äußerte sich in einer offiziellen Zeremonie folgendermaßen zu dem tragischen Ereignis: „Es hat sich ein Mordfall ereignet, der uns Kolumbianer tief schmerzt: der Mord am Kaplan der Universität Minuto de Dios in Bogota. Offenbar fiel er einem Telefondiebstahl zum Opfer. Selbstverständlich verurteile ich diesen Mord in jeder Hinsicht. Pater [Diego] Jaramillo, Leiter der Universität Minuto de Dios, sagte heute Morgen, dass er in einem Akt geistlichen Edelmuts seinen Mördern vergeben habe. „ Ich bewundere diesen geistlichen Edelmut und weiß, dass er zum göttlichen Gesetz gehört; ich selbst unterliege jedoch dem kolumbianischen Recht und den Gesetzen des Landes. Deshalb möchte ich ankündigen, dass wir die ganze Schwere des Gesetzes über den Mördern geltend machen werden. Der Polizei habe ich bereits Anweisung gegeben, eine Belohnung auszusetzen und die Nachforschungen einzuleiten, um den Mörder oder die Mörder vor Gericht zu bringen.“

Nach der Beerdigungsfeier in der Pfarrkirche St. Johannes Eudes in Bogota wurde der Leichnam des Priesters auf dem Friedhof der Eudisten von Valmarie beigesetzt.

In einer Radiosendung sagte P. Jaramillo, der Vorfall habe in Bogota eine „große Unsicherheit“ hervorgerufen, wo „viele Menschen wegen fehlender Sicherheit sterben“ müssten.

In einem Interview mit Radio Caracol am Freitagbat P. Jaramillo die kolumbianischen Behörden, die Ermittlungen über den Tod von Pater Garcia einzuleiten, eine Forderung, der sich auch die Familienangehörigen des ermordeten Priesters angeschlossen haben.