Kalvarienberge

Ihr Ursprung geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als "Kopien" der Leidensstätten Jesu im Heiligen Land

Regensburg, (Bistum Regensburg) | 297 klicks

Sie waren früher in der vorösterlichen Zeit viel besuchte Andachtsstätten: die Kalvarienberge. Orte der Ruhe und Besinnlichkeit, oft an den Außenwänden der Kirchen, meist aber in der freien Natur errichtet. Auf einem Hügel oder einem Berg wurde ein großes Kreuz oder eine Kreuzigungsgruppe aufgestellt, die den Endpunkt eines Kreuzweges mit Darstellungen des Leidensweges Christi bildete. Oft hatte die Strecke dabei die Länge der „Via dolorosa“ in Jerusalem. 

Der Ursprung der Kalvarienberge geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie wurden sozusagen als „Kopien“ der Leidensstätten Jesu im Heiligen Land errichtet. Wer einen der Kalvarienberge besuchte, konnte auf denselben Gnadenerweis hoffen, den eine Pilgerreise nach Jerusalem erbracht hätte. 

Am Stadttor, dem „Tor der Stadt Jerusalem“, oder an der Kirche als „Pilatushaus“ begann in der Regel der häufig beschwerliche Weg auf den Kalvarienberg. Waren ursprünglich nur Anfang und Ende des Weges festgelegt, wurden im Mittelalter weitere Gedenkstätten hinzugefügt. Daraus entstanden später die Kreuzwege mit den sieben Stationen, die im 16. Jahrhundert weit verbreitet waren. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurden dann die heute üblichen 14 Kreuzwegstationen geschaffen. Das war auch die Zeit, in der viele Kalvarienberge umgestaltet wurden. Die Kreuzigungsgruppe wurde vom einstigen Endpunkt zur 12. oder 14. Station. 

Viele der Kalvarienberge sind bis in unsere Zeit als Orte der Andacht und Stille erhalten geblieben, darunter der Kalvarienberg in Moosbach bei Viechtach im Bayerischen Wald, der Kalvarienberg in Altenstadt an der Waldnaab mit seinem weithin sichtbaren Kreuz am Gipfel, dessen Tradition sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt oder der Kalvarienberg in Lauterhofen in Landkreis Neumarkt, der sich rund 560 Meter über dem Meer erhebt. Schon 1650, so berichtet die Chronik der Pfarrei, waren auf dem Wege zum Lintlberg drei „Heiligenhäuschen“ mit der Darstellung der Todesangst, der Geißelung und der Dornenkrönung erbaut worden, zu der alljährlich auch eine Kreuzschlepperprozession ging. 1690 wurde auf dem Gipfel des Berges, der nun die Bezeichnung „Kalvarienberg“ erhielt, eine Kreuzigungsgruppe errichtet.

(Quelle: Webseite des Bistums Regensburg)