Kampagne zur Befreiung des Klerus in China

19 Bischöfe und 18 Priester sollen freigelassen werden

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ROM, 8. März 2005 (ZENIT.org).- Eine Kampagne zur Freilassung von 19 Bischöfen und 18 Priestern, die in China inhaftiert sind oder auf andere Art an der Ausübung ihres Amtes gehindert werden, hat die Nachrichtenagentur des Päpstlichen Instituts für die auswärtigen Missionen, "AsiaNews", in Zusammenarbeit mit dem "Holy Spirit Study Center" in Hong Kong und verschiedenen christlichen Gemeinschaften in Europa gestartet.



Erster Schritt der Aktion ist die Bekanntgabe der Namen jener Bischöfe und Priester, die in China verschwunden sind, festgenommen wurden oder in Arbeits- und Umschulungslagern eingesperrt sind oder aus anderen Gründen davon abgehalten werden, ihren Dienst auszuüben. "Diese Geistlichen sind alle Mitglieder der so genannten Untergrundkirche. Dabei handelt es sich um Katholiken, die die minutiöse und erdrückende Überwachung jeder religiösen Aktivität durch die Regierung ablehnen. Deshalb bevorzugen sie, ihren Glauben außerhalb offizieller und eingetragener Strukturen zu praktizieren", berichtet "AsiaNews".

"Damit wollen sie sich nicht mit der Regierung anlegen, sondern von ihr jene religiöse Freiheit einfordern, die – zumindest theoretisch – von der chinesischen Verfassung garantiert wird. Außerdem wollen sie dem Papst treu bleiben, eine Verbindung, die die Pekinger Regierung untergraben will", heißt es weiter.

Auf der Liste befinden sich die Namen von sechs Bischöfen im Alter von 50 bis 83 Jahren, die festgenommen wurden oder verschwanden, als sie unter polizeilicher Beaufsichtigung standen. Einer von ihnen wurde 1996 inhaftiert.

"Trotz des internationalen Drucks hat die [chinesische] Regierung immer Stillschweigen über sie bewahrt, weshalb wir das Schlimmste befürchten", schreibt "AsiaNews" weiter. Weitere 13 Bischöfe stünden "de facto unter Hausarrest", wird berichtet: "Sie stehen ständig unter strenger Kontrolle und können weder ihren seelsorglichen Dienst öffentlich ausüben noch Besuch von Gläubigen und Priestern erhalten. Die meisten von ihnen sind ungefähr 80 Jahre alt", wird präzisiert. "Ihr einziges 'Verbrechen' besteht darin, dass sie sich geweigert haben, sich der patriotischen Vereinigung anzuschließen, die die Regierung errichtet hat. Diese Organisation ist dazu da, die Kirche zu kontrollieren. Ziel ist weiterhin eine vom Papst getrennte Kirche."

Viele von denen, die wie etwa Bischof Jia Zhiguo unter Hausarrest stünden, "sind für ihre Wohltätigkeit und Großzügigkeit berühmt und sorgen mit eigenen Mitteln für Hunderte von verlassenen Kindern", schreibt die Nachrichtenagentur. Des Weiteren wird eine Liste mit Namen von 18 Priestern erwähnt, die seit einem Gefängnisaufenthalt spurlos verschwunden seien. Wieder andere "sind zu drei oder mehr Jahren Arbeitslager verurteilt worden".

"AsiaNews" bittet alle, die die Kampagne zur Freilassung der Bischöfe und Priester in China unterstützen wollen, der jeweiligen chinesischen Botschaft in ihrem Land einen entsprechenden Brief zu schreiben.