Kanadas Bischöfe geben Orientierungen über die Liebe

Sie animieren zu einer Wiederentdeckung von „Humanae vitae“

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OTTAWA, 7. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Die kanadischen Bischöfe raten all jenen, denen die Rätsel und Probleme, die mit der Liebe zusammenhängen, Kopfzerbrechen bereiten, die Enzyklika Humanae vitae zu lesen.



Am Ende ihrer Herbst-Vollversammlung veröffentlichten die Hirten ein gemeinsames Pastoralschreiben, in dem sie die Gläubigen dazu ermuntern, die Enzyklika Pauls VI. aus dem Jahr 1968 40 Jahre nach ihrem Erscheinen „zu entdecken“ beziehungsweise „neu zu entdecken“. Ihr Hirtenbrief trägt den Titel „Potential freisetzen“ („Liberating Potential“) und verbindet die Lehren von „Humanae vitae“ mit der Theologie des Leibes Johannes Pauls II.

Der prophetische Charakter der Enzyklika könne nicht geleugnet werden, besonders nicht angesichts „der Besorgnis erregenden Entwicklung der zwei grundlegenden menschlichen Institutionen, der Ehe und der Familie”, schreiben die Bischöfe. Familie und Ehe litten heute immer noch aufgrund der Verhütungsmentalität, die Paul VI. befürchtet und zurückgewiesen habe.

Die Bischöfe betonen, dass die Enzyklika aus dem Jahr 1968 vor allem aufgrund ihrer Ablehnung der künstlichen Empfängnisverhütung bekannt sei, dass sie aber noch viel mehr sei als das. „Diese Enzyklika ist in Wirklichkeit eine umfassende Reflexion über Gottes Plan für die menschliche Liebe. Sie bietet eine Gesamtschau vom Menschen und von der Sendung, zu der er berufen ist..., sowohl was ihre natürlichen irdischen, als auch was ihre übernatürlichen ewigen Aspekte angeht. Sie ist eine Einladung, offen zu sein für die Erhabenheit, Schönheit und Würde des Rufs des Schöpfers zur Ehe, die eine Berufung ist.“

Sodann stellt der Hirtenbrief eine Verbindung zwischen „Humanae vitae“ und den Überlegungen Johannes Pauls II. aus den Jahren von 1979 bis 1984 her, die heute unter der Bezeichnung „Theologie des Leibes“ bekannt sind.

Die „‚Theologie des Leibes’ stellt eine Pädagogik dar, die uns den wahren Sinn unseres Körpers verstehen hilft, und sie bietet theologische und pastorale Einsichten von überraschender Tiefe und unschätzbarem Reichtum, die jene Einsichten, die sich bereits in ‚Humanae vitae’ finden, ergänzen und erläutern. Sie eröffnet einen umfassenderen Blick auf den eigentlichen Sinn des menschlichen Daseins, einen Sinn, der die Antwort auf das Streben eines jeden Menschen nach Glück darstellt: lieben zu lernen, wie Gott liebt, das heißt, zu lernen sich selbst hinzugeben.“

Die kanadischen Bischöfe fordern die Katholiken und alle Männer und Frauen guten Willens dazu auf, sich über das Leben in der Ehe und den Sinn der ehelichen Vereinigung Gedanken zu machen – im Licht von „Humanae vitae“ und der „Theologie des Leibes“.

Die Tatsache, dass die Sexualität ein „Geschenk Gottes“ ist, sei uns vom dreieinigen Gott selbst offenbart worden, der alle Menschen einlade, „sie ihrerseits an diesem Beginn des dritten Jahrtausends unseren Zeitgenossen in ihrer ganzen Erhabenheit und Würde bekannt zu machen”.