Kardinal André Vingt-Trois, Erzbischof von Paris

Präsident der französischen Bischofskonferenz

Rom, (ZENIT.org) Anne Kurian | 2493 klicks

Kardinal André Vingt-Trois, 70 Jahre alt, ist einer der vier französischen wahlberechtigten Kardinäle, die am Konklave teilnehmen und als „papabile“ gehandelt werden.

Am 24. November 2007 durch Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben und seit 2005 Erzbischof von Paris, ist Vingt-Trois zurzeit Präsident der französischen Bischofskonferenz.

Gleichzeitig ist er Co-Präsident des Rates der christlichen Kirchen in Frankreich (CECEF) und Beauftragter der Katholiken des Ostritus, die in Frankreich leben und gewöhnlich nicht ihre eigenen Vertreter haben.

In den Dikasterien des Vatikans ist der Kardinal Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie, der Kongregation für die Bischöfe und der Kongregation für den Klerus, zudem auch Mitglied des Päpstlichen Rates für die Seelsorge für Migranten und Menschen unterwegs.

Vor seiner Ernennung zum Erzbischof von Paris diente Vingt-Trois als Direktor des Seminars von Saint-Sulpice in Issy-les-Moulineaux und als Generalvikar des Weihbischofes von Paris und des Erzbischofs von Tours (1999-2005).

Als Präsident der Bischofskonferenz bezog der Kardinal klare Stellung gegen das Projekt „Ehe für alle“ [ZENIT berichtete], einer Diskussion, die mehrere Monate lang in Frankreich aktuell war: Er wurde sogar im Nationalrat und im Senat gehört und drängte mit Nachdruck auf eine offene „Debatte in der Gesellschaft“ bezüglich dieser Fragen.

Der Tag, an dem Benedikt XVI. seinen Rücktritt erklärte, dem 11. Februar 2011, war der gleiche Tag, an dem Vingt-Trois sein Jubiläum der Ernennung zum Erzbischof von Paris im Jahre 2005 feierte, so erzählte er der Presse. Um 15.00 Uhr habe ihn die Nachricht bei der Bischofskonferenz von Paris erreicht.

Als Antwort auf die Frage von Journalisten, welche Qualitäten der nächste Papst haben sollte, erklärte der Kardinal, er müsse demütig, fähig zum Dialog mit den Kulturen und nicht nur intelligent, sondern „schlau“ sein.

Während einer Dankmesse in der Kathedrale von Notre-Dame in Paris zum Ende des Pontifikats von Benedikt XVI. würdigte der Kardinal die „Dynamik der Konversion“, die Benedikt XVI. der Kirche eingeflößt habe, weil „die Vitalität der Kirche von der Bereitschaft abhängt, sich mit Christus zu vereinen und ohne Unterlass zu ihm zurückzukehren.“

Während der letzten Bischofssynode für die Neuevangelisierung plädierte der Kardinal am 9. Oktober für „ein einheitliches Glaubenszeugnis und für eine Pädagogik der Kultur.“

Konkret, so erklärte er, müsse sich die Neuevangelisierung dem Auftrag stellen, „eine Kultur zu erreichen, geprägt durch die Mediensprache und ihren Rückgriff auf die Hilfsmittel der Schnelllebigkeit und der Effektivität.“

Er lud die Gläubigen dazu ein, „alle Bildungssysteme miteinzubeziehen“, und den „Beitrag zur einer wahren Bildung der Intelligenz zu leisten, die eine notwendige Bedingung für eine wahrhafte Freiheit darstellt.“ Es handele sich definitiv darum, „zu zeigen, dass die Überzeugung des christlichen Glaubens in keinster Weise der menschlichen Vernunft widerspricht“ und „die Teilnahme der Getauften am Leben der Kirche sichtbar“ sein müsse.

Kardinal Vingt-Trois schloss mit einer Einladung an alle Getauften „sich bewusster“ darüber zu werden, dass sie „im Besitz eines Schatzes sind, um Hoffnungsträger für die Menschheit zu sein.“