Kardinal Arinze: Die Liturgie stärkt den Glauben

Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

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ROM, 3. März 2005 (ZENIT.org).- Die heilige Messe sollte den Glauben der Gläubigen vertiefen und in ihnen den Wunsch lebendig werden lassen, "am nächsten Sonntag oder sogar jeden Tag" in die Messe zu gehen, wünscht sich Kardinal Francis Arinze.



Der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sprach in "Radio Vatikan" über die derzeit stattfindenden Liturgie-Beratungen seiner Kongregation in Rom, bei der 51 Kongregationsmitglieder – unter ihnen 32 Kardinäle – teilnehmen.

Die drei Hauptthemen des Treffens, das am Freitag zu Ende geht, sind die Kunst der Messfeier, die Predigt und die liturgische Ausbildung.

Zum Vortrag von Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, über die "ars celebrandi" ("Über die Kunst der Messfeier") erklärte Kardinal Arinze am Dienstag in "Radio Vatikan": "Die Kunst der Messfeier ist wichtig. Es handelt sich dabei aber nicht um eine akademische Frage", betonte er. "Es geht nicht nur darum, liturgische Normen zu beachten –das ist immer wichtig –, sondern vor allem darum, dass die Feier den Glauben des Priesters und der Gläubigen widerspiegelt. Es soll eine Feier sein, die den Glauben der Menschen vertieft, damit sie sich beim Verlassen des Gottesdienstes wirklich gesättigt und bestärkt fühlen und den Wunsch haben, am nächsten Sonntag oder sogar jeden Tag zur Messe zu gehen", sagte der Kardinal. "Kurz gesagt, es geht darum, dass es eine würdige und disziplinierte Feier ist, voller Glaube und Andacht."

Die Predigt in der Messfeier – über dieses Thema hielt Kardinal Ivan Dias von Bombay (Indien) einen ausführlichen Vortrag – zeichnet sich nach Kardinal Arinze vor allem durch den "klar erkennbaren liturgischen Inhalt" aus, "der sich besonders auf die Schriftlesungen bezieht", sowie durch einen "soliden theologischen Inhalt". Das Ziel jeder Predigt sei die Stärkung der Glaubenden: "Das Volk Gottes muss gute Nahrung erhalten", so der Kardinal. Und "für viele Christen ist die Homilie die großartige wöchentliche Gelegenheit, im Glauben wirklich gestärkt und ausgebildet zu werden". Der Kardinal erinnerte auch daran, dass sie nicht zu lang dauern sollte: "Die Homilie muss die richtige Länge haben. Es geht zwar nicht um Mathematik, aber es ist schon notwendig, sich daran zu erinnern, dass wir in der Kirche Gläubige im Alter von 80 und von 20 Jahren haben, dazu noch 7-jährige Kinder. Wie lange können sie aufmerksam zuhören?", fragte er deshalb.

Zur liturgischen Ausbildung, ein Thema, das die Ausführungen von Kardinal Philippe Barbarin von Lyon (Frankreich) zum Gegenstand hatten, sagte Msgr. Arinze: "Eine solche Ausbildung ist nicht nur für den Klerus wichtig, sondern auch für Ordensfrauen und Ordensmänner und für Laien – für uns alle! Es ist eine Ausbildung, die fortgeführt werden muss, denn niemand kann ihre Inhalte voll und für alle Zeiten kennen.

Es wäre wunderschön, wenn man vor dem sonntäglichen Gang zur Messe die Messtexte zu Hause lesen könnte – besonders die Lesungen und die Gebete, die man später, wieder zu Hause, noch einmal durchdenken kann. So würde unser Glaube tatsächlich mehr und mehr wachsen."