Kardinal Bertone ermutigt kubanische Bischöfe zu spiritueller Erneuerung

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HAVANNA, 22. Februar 2008 (Zenit.org).- Kardinal-Staatssekretär Kardinal Bertone, der aus Anlass der Feiern rund um den 10. Jahrestages der Reise Johannes Pauls II. in Kuba weilt, traf gestern, Donnerstag, nach seiner Ankunft mit den kubanischen Bischöfen zusammen. Zum Auftakt seines Besuchs betonte er, dass er sich von seiner Zeit auf der Insel reiche Gnaden erhoffe.

Im Vorfeld war der Besuch in Kirchenkreisen als „großartige Chance für die Kirche“ gewertet worden. P. Joaquín Alliende, internationaler kirchlicher Assistent von Kirche in Not, ermutigte „alle, die die kubanische Kirche lieben, sie in diesen wichtigen Augenblicken mit ihren Gebeten zu begleiten“.

Der kubanische Kardinal Jaime Ortega sagte, der Besuch Bertones diene allein der Seelsorge. „Der Eindruck, den Papst Johannes Paul II. in Kuba hinterlassen hat, ist sehr tief", so Ortega am Sonntag. „Von da an veränderte sich das Verhältnis zwischen Kirche und Gesellschaft und auch zwischen der Kirche und dem Staat." Auf dieser Entwicklung baue nun der Besuch Bertones auf.

Kardinal Bertone kam am Mittwochabend in der Karibik an und wurde herzlich von Kardinal Ortega, dem Apostolischen Nuntius in Kuba und zahlreichen anderen Repräsentanten des kirchlichen und öffentlichen Lebens empfangen.

Am Donnerstagmorgen traf sich Kardinal Bertone dann mit den 22 kubanischen Bischöfen, die sich um die elf kubanischen Diözesen kümmern. Er zeigte sich davon überzeugt, dass „dieses Jubiläum auch eine Zeit der Gnade sein wird und eine reichlich privilegierte Gelegenheit, um die intensive pastorale Arbeit anzukurbeln". Auf der einen Seite könne dies die Konsolidierung der spirituellen Früchte ermöglichen, die in diesen Jahren geerntet worden seien, und „auf der anderen Seite kann dies eine tiefe Erneuerung des christlichen Lebens unter dem Volk Gottes ermöglichen, die dieses schöne Land bewohnen". Rund 60 Prozent der elf Millionen Kubaner sind heute katholisch. Vor der kommunistischen Machtergreifung in den 70er-Jahren waren es 85 Prozent gewesen.

Nachdem der Kardinal die Wünsche des Heiligen Vaters überbracht hatte, empfahl er den kubanischen Oberhirten, dem Gebetsleben stets Vorrang einzuräumen, auch wenn viele Verpflichtungen ihre Zeit in Anspruch nähmen.

Er bekräftigte, dass „in der Vertrautheit des Gebetes mit Christus die besten Projekte und pastoralen Initiativen reifen" und dass ein besorgtes Herz neues Vertrauen und neue Stärke erfahre. Außerdem wachse im Gebet „die Gewissheit, dass es der Herrn ist, der in uns und durch uns handelt".

Der 73jährige Kardinal hob insbesondere die Bedeutung der brüderlichen Gemeinschaft der Hirten untereinander hervor sowie ihre Einheit mit dem Stellvertreter Christi. Auch das Problem der Berufungen auf Kuba sprach er an. In diesem Zusammenhang ermutigte die kirchlichen Würdenträger, vor allem für Berufungen zu beten.

Kardinal Bertone wandte seine Aufmerksamkeit auch dem Verhältnis von Kirche und kubanischer Regierung zu, da am Tag vor seiner Reise Fidel Castro nach beinahe 50 Jahren sein Amt als Präsident aufgegeben hatte. Der Kardinal erklärte: „Ich hege die Hoffnung, dass die Feier dieses Jubiläums des Besuches von Papst Johannes Paul II. in diesem gesegneten Land dazu beiträgt, die Beziehungen zwischen dem Staat und der katholischen Kirche in Kuba zu vertiefen, so dass sie in einem Geist des Respekts und des gegenseitigen Verständnisses ihre Mission voll erfüllen kann, die unter Achtung der Freiheit ausschließlich pastoraler Natur ist und im Dienst an den Gläubigen steht."

Nach seiner Ansprache kündigte Kardinal Bertone an, weiterhin im Dialog mit den Bischöfen über die „wichtigen Aspekte der Beziehung zwischen Kirche und Staat" beraten zu wollen.