Kardinal Bertone: Kinder anzunehmen ist eine „Großtat“

Benefizkonzert für kranke und leidende Kinder im Vatikan

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ROM, 22. November 2007 (ZENIT.org).- Der vatikanische Staatssekretär, Kardinal Tarcisio Bertone, hat als Zeichen der Solidarität mit allen Kindern, die medizinisch nicht ausreichend versorgt werden, ein Benefizkonzert geben lassen. Es dirigierte Ennio Morricone, der vor allem als Komponist der Filmmusik zu Sergio Leones Klassikern „Für eine Handvoll Dollar“, „Es war einmal in Amerika“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ bekannt ist.



Anlässlich des Weltkindertages der Vereinten Nationen, der jedes Jahr am 20. November begangen wird, fand in der vatikanischen Audienzhalle Pauls VI. das Benefizkonzert „La luce dei bambini“ („Das Licht der Kinder“) statt. Der Erlös kommt dem römischen Kinderkrankenhaus „Bambino Gesù“ zugute, das nun einen neuen digitalen Angiograph anschaffen kann: Dieser Apparat im Wert von nahezu zwei Millionen Euro dient der Überwachung der Pulskurve und wird bei Kindern mit Herzschwäche eingesetzt.

Die Ärzte von „Bambino Gesù“ widmen sich besonders der medizinischen Fürsorge von Kindern, die weltweit in verschiedenen humanitären Missionen bereitgestellt wird. Im Anklang an die universale Mission der Ärzte und Krankenpfleger wollten die Veranstalter des Konzerts die Aufforderung zur Solidarität in eine universale Sprache übersetzen – in die Sprache der Musik. Unter anderem trat auch die portugiesische Sängerin Dulce Pontes auf.

Über 100 Kinder verteilten weiße Rosen aus Ecuador als Symbol der Reinheit und Unschuld von Kindern, die der Welt der Erwachsenen anvertraut werden.

„Wem werden wir unsere Zukunft anvertrauen?“, lauteten die Worte von Kardinal Bertone auf dem Veranstaltungsprogramm. „Was für eine Welt verdient auch nur ein einziges Kind? Etwas sehr Wichtiges steht auf dem Spiel, und zwar, was für ein Menschenbild haben: das eines unbegrenzten Egoismus, oder das einer verliehenen Freiheit, die uns zu einer Gemeinschaft der Liebe und des Teilens ruft?“

Der christliche Glaube habe in ihm die Überzeugung wachsen lassen, „dass unsere Welt nicht unwiederbringlich von der Feindseeligkeit gegenüber dem Leben eingenommen ist“. Selbst angesichts des Fortschreitens einer „Kultur des Egoismus“ gebe es auch die, „die die Kinder voller Freude empfangen, dem Himmel danken und jedes Geschenk Gottes mit einem Lächeln entgegennehmen. Es gibt da auch jene, die ihre Herzen öffnen und Kinder empfangen, die von Leiden und Behinderungen gezeichnet sind, und ihnen eine Familie werden – das sind die Großtaten der heutigen Zeit; das sind die Blumen unserer Epoche.“