Kardinal Bertone nimmt Abschied

Vorstellung seines neuen Buches

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 337 klicks

Am Dienstagabend blickte Kardinal Tarcisio Bertone anlässlich der Vorstellung seines neuen Buches mit dem Titel „Die päpstliche Diplomatie in einer globalisierten Welt“ vor seinen ehemaligen Mitarbeitern und Gesprächspartnern in der Synodenaula des Vatikans auf sieben Jahre Staatssekretär im Vatikan zurück. In seiner Rede ging Bertone auf die Bedeutung seiner siebenjährigen Tätigkeit ein, in der er sich immer als Diplomat des Vatikans verstanden habe. Er sagte zu den Anwesenden:

„Die diplomatische Tätigkeit eines vatikanischen Staatssekretärs muss jedoch immer auch pastoral ausgerichtet sein, denn ein Staatssekretär ist ja auch gleichzeitig ein Bischof der katholischen Kirche. Das darf man niemals vergessen, auch wenn ein Vatikandiplomat sich an die Regeln der Weltdiplomatie halten muss. Doch diese beiden Elemente lassen sich durchaus verbinden. Gestatten Sie mir einige persönliche Aspekte hinzuzufügen: Diese sieben Jahre im Staatssekretariat waren für mich sehr bereichernd — aber auch sehr anstrengend.“

Das Vorwort zu Bertones Buch wurde von Papst Franziskus verfasst, der in diesem die Leistungen des Kardinals als Staatssekretär würdigt. In seiner Rede sagte Bertone zu den Anwesenden, er fühle sich mit Papst Franziskus sehr verbunden.

Bertone führt aus: „Es gab ja zu Beginn meiner Tätigkeit als Staatssekretär einige Kritik; insbesondere warf man mir vor, ich würde zu viel herumreisen. Ich bin aber sehr froh darüber, dass ich bei all den Reisen immer wieder auf Wohlwollen in den entsprechenden Staaten gestoßen bin. Das hat mir immer sehr gut getan. Ich möchte auch daran erinnern, dass ein Staatssekretär an sich sehr viel reisen muss. Ich war immer auf Reisen im Auftrage des Papstes.“

Einer der Schwerpunkte der diplomatischen Arbeiten Bertones war unter anderen die Förderung der europäischen Einigung. Aus diesem Grund war bei der Buchvorstellung auch der frühere Präsident des EU-Parlaments, Hans Gert Pöttering, anwesend.

Wie Radio Vatikan berichtet, sagte der Politiker und Präsident der Konrad Adenauer Stiftung gegenüber dem Sender:

„Kardinalstaatssekretär gewesen zu sein, ist eine große und erfüllte Zeit. Seine ganz normale Arbeit gehört immer zum historischen Tatbestand. Kardinal Bertone ist ein überzeugter Europäer, und wie in seinen Reden zum Ausdruck kommt, ist er ein Anwalt der europäischen Einigung. Hier braucht unsere Kirche immer wieder Ermutigung, dass die Europäische Union Unterstützung braucht. Ich hoffe, dass dies auch in Zukunft der Fall sein wird.“

Dies wird nun in Zukunft die Aufgabe von Erzbischof Pietro Parolin sein, der am Samstag im Vatikan eintreffen werde und dann offiziell die Amtsgeschäfte übernehmen wird, so Kardinal Bertone.