Kardinal Bertone: Papst Johannes Paul II. glaubte an die Jugend

Pressekonferenz des Staatssekretärs des Vatikans in den USA

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NASHVILLE, 16. August 2007 (ZENIT.org).- Papst Johannes Paul II. habe die Jugend zum Glauben geführt, weil er an sie geglaubt habe, hob Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone in der vergangenen Woche während der 125. Jahresversammlung der „Ritter des Kolumbus“ in Nashville (US-Bundesstaat Tennesse) hervor.



Der Kurienkardinal würdigte im Rahmen einer Pressekonferenz den Vorgänger von Papst Benedikt XVI., der die Weltjugendtage institutionalisiert hatte, als beispielhaftes Vorbild für die Jugendpastoral. Dank dieser besonderen Tage im Jahr hätten sich viele Tausende von jungen Menschen auf päpstliche Einladung hin getroffen „und ihren Glauben wieder neu entdeckt“.

Kardinal Bertone, ein Salesianer, verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Ansatz des heiligen Johannes Bosco. Er bestehe darin, „auf die jungen Menschen zuzugehen und ein großes Vertrauen und einen großen Glauben in sie zu haben“.

Auf die Frage, ob Papst Benedikt vorhabe, in Zukunft stärkeren Gebrauch von den Massenmedien und konkret vom Internet zu machen, unterstrich der Kardinal-Staatssekretär, dass er nicht mit einem bekannten US-Star übereinstimme, der sich für eine fünfjährige Außerkraftsetzung des Internets ausgesprochen hatte. „Anstatt es aufzuheben, müssen wir es neu bewerten und es mit gutem Inhalt füllen“, so Kardinal Bertone. „Wenn der heilige Johannes Bosco heute lebte, würde er die besten Medien wählen, um die Menschen zu erreichen und die Kirche in diesem historischen Augenblick vorzustellen.“

Der Papst benutze allerdings nicht einmal eine Schreibmaschine, fuhr der Kurienkardinal fort. Alles schreibe Benedikt XVI. mit der Hand. Er bediene sich also „in großartiger Weise der ältesten Kommunikationsform: des Wortes“. Und die Worte des Heiligen Vaters, seine Reden und Schriften erfreuten sich „immer größerer Beliebtheit“.

Hinsichtlich der Beziehungen des Vatikans zu China wertete der frühere Erzbischof von Genua den jüngsten Brief von Benedikt XVI. an die chinesischen Katholiken als einen „Stein, der die Wasser scheidet – zwischen der Vergangenheit und der Zukunft“.

Die Situation der Kirche in China sei in dem genannten Schreiben „sehr sorgfältig und genau“ beschrieben worden; der Papst habe den Zustand in China „auf die bestmögliche Art“ angesprochen. „Der Brief ist gut aufgenommen und viel diskutiert worden, nicht nur in religiösen Kreisen, sondern auch auf vielen anderen Ebenen.“

Hinsichtlich einer von China zunächst ausgesprochenen und dann wieder zurückgenommenen Einladung an den Bischof von Rom, der kommunistischen Volksrepublik einen Besuch abzustatten, hob Kardinal Bertone hervor, dass es sich dabei um keine „formale Einladung seitens der chinesischen Autoritäten“ gehandelt habe, die „im Namen der chinesischen Regierung“ ausgesprochen worden wäre.

Ferner nahm der Kurienkardinal zur aktuellen Lage im Irak Stellung, wo man zwar nicht in einer „Sackgasse“ angelangt sei, wohl aber vor einer „äußerst komplizierten Situation“ stehe. Er regte zum Gedankenaustausch auf nationaler und internationaler Ebene an und appellierte an alle Verantwortlichen, „nach einer zufrieden stellenden Lösung für den Nahen Osten zu suchen“.

Schließlich bestätigte Kardinal Bertone, dass ein USA-Besuch von Papst Benedikt XVI. in Vorbereitung sei und „wahrscheinlich im kommenden Jahr“ stattfinden werde.