Kardinal Cañizares: „Die Anbetung Gottes verändert das Leben der Christen“

Vollversammlung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

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ROM, 20. März 2009 (ZENIT.org).- Angesichts der Säkularisierung sei es notwendig, die eucharistische Anbetung wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken, betonte Antonio Cañizares, Kardinalpräfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, in seiner Rede vor der Vollversammlung des Dikasteriums. Die eucharistische Anbetung war in diesem Jahr das zentrale Thema der internationalen Begegnung im Vatikan.

„Die Liturgie ist vor allem Anbetung", erläuterte der Kardinal nach Angaben von Radio Vatikan. „Die Kirche ist Werk Gottes und zugleich Anerkennung dessen, was Gott für die Menschen tut. Die Anbetung, die in der Liturgie, vor allem aber in der Eucharistie zum Ausdruck gebracht wird, ist das Erkennen, dass alles von ihm kommt, das alles, was uns gehört, ihm gebührt."

Gerade in der heutigen säkularisierten Zeit, in der man dazu neige, Gott zu vergessen und ihm wenig Bedeutung für das Leben beizumessen, gelte es zu unterstreichen, dass Gott an erster Stelle stehe. „Das ist es, was das Leben der Christen und der Kirche verändern wird", fuhr der Kardinal fort. Wenn die Kirche vergesse, dass Gott das Zentrum von allem sei, verwandle sie sich in eine rein menschliche Institution.

Schon in den ersten Jahrhunderten des Christentums war die eucharistische Anbetung von großer Bedeutung. Die Anbetung außerhalb der Messe hat ihren Ursprung zur Zeit der Bestätigung der Realpräsenz Christi durch die Konzile von 1059 und 1079.

Einen nachhaltigen Impuls erhielt die eucharistische Anbetung danach im 13. und 14. Jahrhundert durch die Einführung des Fronleichnamsfestes in der gesamten christlichen Welt. Die Verehrung nahm in den darauffolgenden acht Jahrhunderten besonders in Spanien, Italien und in den lateinamerikanischen Ländern zu, nicht zuletzt aufgrund des Konzils von Trient.

Im Lauf der Geschichte sind verschiedene Formen der Verehrung des Allerheiligsten Sakraments entstanden. Die am stärksten ausgeprägte ist die nächtliche Anbetung, sie wurde in ihrer heutigen Form 1848 von Hernan Cohen in Paris begründet.



Von Anita Bourdin; Übersetzung von Alois Pernsteiner