Kardinal Castrillón: Frühe Erstkommunion bringt Früchte der Heiligkeit hervor

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ROM, 25. Januar 2005 (ZENIT.org).- Der Präfekt der Kongregation für den Klerus hat alle Priester daran erinnert, wie wichtig es sei, Kinder zum eucharistischen Herrn hinzuführen. "Je kleiner sie sind, desto gewisser kann man davon ausgehen, dass sie Christus im Sakrament in würdiger Weise in ihr Herz aufnehmen", ist Kardinal Castrillón überzeugt.



"Viele Jahrhunderte lang war die Sorge um die rechtzeitige Erstkommunion ein fester Bestandteil in der Kinderpastoral", schreibt Castrillón in einem vergangenen Samstag veröffentlichten Brief zum Thema "Das Jahr der Eucharistie und Kinderpastoral", der sich an die Seelsorger aus aller Welt richtet. "Diese Gewohnheit wurde vom heiligen Pius X. aufgegriffen und von seinen Nachfolgern, bis hin zu unserem Heiligen Vater Johannes Paul II., immer wieder bestätigt", erklärt er.

Pflicht der Eltern und der Seelsorger sei es, "dafür zu sorgen, dass die Kinder, die zum Vernunftgebrauch gelangt sind, gehörig vorbereitet werden und möglichst bald, nach vorheriger sakramentaler Beichte, mit dieser göttlichen Speise gestärkt werden".

Gerade die Kinder, betont der Kardinal, seien die "ersten Adressaten" der Katechese sowie der Heiligen Eucharistie. Dabei erinnert er an die Papstworte beim Angelus-Gebet vom vergangenen 6. Januar, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn. Damals habe der Heilige Vater "noch einmal" die Bedeutung der Kleinen in der Kirche mit den Worten hervorgehoben: "Die Kinder sind Gegenwart und Zukunft der Kirche. Sie haben eine aktive Rolle in der Evangelisierung der Welt. Mit ihren Gebeten tragen sie dazu bei, die Welt zu retten und besser zu machen."

Die Gewohnheit des rechtzeitigen Erstkommunionsempfang habe unter dem heiligen Papst Pius X. eine entscheidende Wendung erfahren: "Am 8. August 1910 erließ er das Dekret 'Quam Singulari', in dem festgelegt wurde, dass man die Kinder ab dem Alter von sieben Jahren zum Empfang der ersten heiligen Kommunion zulassen dürfe."

Kardinal Castrillón weist darauf hin, dass viele davon überzeugt seien, "dass diese Praxis, die Kinder ab dem Alter von 7 Jahre zur Erstkommunion zuzulassen, viele Gnaden geschenkt hat", und er erinnert an jene Zeiten der Urkirche, in denen "das Sakrament der Eucharistie an die Neugeborenen im Anschluss an deren Taufe gespendet wurde, und zwar in Form einiger Tropfen konsekrierten Weines".

Um die Haltung des jetzigen Papstes zu dieser Frage zu verdeutlichen, zitiert der Präfekt der Kongregation für den Klerus eine Passage aus dessen Buch "Steht auf. Lasst uns gehen" aus dem Jahre 2004: "Einer meiner Vorgänger, der heilige Pius X., hat mit seiner Entscheidung zur Erstkommunion ein anrührendes Zeugnis pastoraler Liebe zu den Kindern gegeben. Er hat nicht nur das Alter gesenkt, um an den Tisch des Herrn zu treten, wovon ich selbst im Mai des Jahres 1929 profitiert habe, sondern eröffnete auch die Möglichkeit, die Hl. Kommunion schon vor dem siebten Lebensjahr zu empfangen, falls das Kind eine hinreichende Unterscheidungsgabe besaß. Die Frühkommunion war eine pastorale Entscheidung, die würdig ist, dass man sie lobt und ihrer gedenkt, denn sie hat viele Früchte der Heiligkeit und des Apostolates unter den Kindern bewirkt und das Aufblühen von priesterlichen Berufungen begünstigt."

Die Priester, die die "Hüter des Allerheiligsten Sakrament des Altares" sind, "müssen besonders die Kinder als erste Adressaten dieser großen Gabe betrachten, der Heilige Eucharistie, welche Gott uns, zerbrechlichen Tongefäßen, anvertraut hat", schreibt Castrillón.

"Der Geist eines Kindes, das zum Vernunftgebrauch gelangt ist – und heute gelangt es früh in dieses Stadium – ist offen und empfänglich für das göttliche Licht, welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen durchscheinen lässt. Über den Verstand hinaus erhebt uns der Glaube, welcher – und das haben wir oft in unseren Pfarreien beobachten können – gerade in den Kindern lebendig ist, die oft besser als die Erwachsenen dazu fähig sind, in der Unmittelbarkeit des Gebetes ihrer Nähe zum Herrn Ausdruck zu geben", skizziert er die kindliche Nähe zu Gott, zu der jeder Mensch gerufen ist. Denn "der Weg zum Himmelreich verläuft durch das Herz eines Kindes", erklärt der Kardinal, indem er auf das Wort Jesu verweist: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich eintreten" (Mt 18,3).

Zusammen mit allen Priestern der Welt erhofft sich der Kardinal, "dass diese heilige, von den letzten Päpsten ohne Ausnahme angemahnte Tradition, die kleinen Kinder nach der Erstbeichte zur Erstkommunion zuzulassen, besonders im Jahr der Eucharistie immer mehr geschätzt und soweit wie möglich befolgt wird".