Kardinal Dolans Medienpräsenz

Erzbischof von New York nennt soziale Missstände offen beim Namen

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ROM, 9. Mai 2012 (ZENIT.org). – Das „Time Magazin“ zählt den Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt, eine Bezeichnung , die die Entschlossenheit von Kardinal Timothy Dolan widerspiegelt, die Botschaft der Kirche über die Medien in die Gesellschaft zu tragen.

So berichtete Kardinal Dolan auf seinem Blog, dass „der katholische Fernsehkanal Sirius XM Channel 129 einen besonderen zweistündigen Bericht betitelt „SiriusXM’-Rathaus mit Kardinal Dolan“ ausgestrahlt habe:

„Ich saß zusammen mit 20 Zuhörern in einer Frage-und-Antwort-Sendung und diskutierte, wie sich mein Leben verändert hat, seitdem ich Kardinal wurde, meine Lieblings Eiscremesorte und welche Ereignisse mich am meisten in meinem Priestertum beeinflusst haben“, erklärte er. „Es war eine besondere Freude, Matt Lauer von der ‚Today Show‘ zu treffen, die Baseball-Größe Joe Torre und meine Mutter hereinzurufen.“

Letzte Woche gewährte der Kardinal auch MSNBC ein Interview, indem er offen über die kirchlichen Positionen zu einigen Probleme in den USA sprach.

Er sprach zuerst über die Notwendigkeit der Reform der Einwanderung. „Die katholische Kirche, wir nennen sie Mutter Kirche, war traditionell immer Einwanderern offen. Wir sind eine Kirche von Einwanderern, also haben wir für die Rechte von Einwanderern eine besondere Sensibilität.“

Weiter äußerte er, dass eine Politik, die Familien auseinanderreiße, Menschen in den Untergrund dränge und die von Suppenküchen eine Dokumentation fordere, bevor sie Nahrung, Hilfe und medizinische Versorgung anbieten könnten, eine ungerechte Politik sei. „Das ist nicht recht, das ist nicht katholisch, das ist nicht christlich, das ist nicht religiös und das ist nicht amerikanisch. In dieser Sache sind die Bischöfe hartnäckig“, so der Kardinal.

Der 62-jährige Kardinal nahm auch klare Stellung zum derzeitigen „health care mandat“ („Gesundheitsfürsorgemandat“) der Behörden, ein Bereich, zu dem er sich schon öfter geäußert hat, da es die Abtreibungs- und Verhütungsmittelfragen behandelt.

„Wir Bischöfe haben unser Bestes versucht sicherzustellen, dass die Diskussion auf die Ebene der Religionsfreiheit gestellt wird. Es geht besonders um das Mandat über die Versorgung mit Verhütungsmitteln. Was wir besonders abstoßend finden, ist der Eingriff eines Büros der Regierungsinstanz in die klare Definition des religiösen Amtes und den Umfang des kirchlichen Dienstes. Es ist tatsächlich die Einmischung der HHS, die uns Probleme bereitet.“

Der Kardinal sprach auch den letzten Aufruf der Kongregation für die Glaubenslehre für eine Reform  der „Leadership Conference of Women Religious“ (Führungskonferenz der Frauenorden) an. Die Glaubenskongregation gab ihrer Sorge um theologische und lehramtliche Fehler Ausdruck, die bei denLCWR Zusammenkünften verbreitet wurden. Kardinal Dolan widersprach der Behauptung, dass die Glaubenskongregation Frauenkongregationen zum Schweigen bringen wolle. „Ich denke, dass die Kongregation für die Glaubenslehre sagen will: Schwestern, wir freuen uns über unseren Dialog. Dieses Dokument würdigt die hervorragende Arbeit der Frauenorden und möchte ausdrücken, dass der Heilige Stuhl die Situation auch weiterhin wertschätzen möchte. Die Schwestern werden aber auch darum gebeten, einige der Dinge in den Blick zu nehmen, um die er sich Sorgen macht.“

Bezüglich des Kommentars im „Time Magazine“, er sei einer der 100 einflussreichsten Menschen der Welt, lehnte der Kardinal diese Ehre ab, es sei ein flüchtiger und vergänglicher Ruhm: „Man kann sich auf so etwas nicht verlassen, denn morgen ist es vergangen. Ich denke, was man wirklich tun muss ist zu versuchen, immer auf der Seite der Wahrheit zu sein.“

[Übersetzung des englischen Originals von Jan Bentz]