Kardinal Erdö: Die Beziehung Kirche-Medien in den Blick nehmen

Jahrestreffen der Pressesprecher und Medienvertreter der europäischen Bischofskonferenzen in Rom

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ROM, 18. Juni 2008 (ZENIT.org).-  Kardinal Peter Erdö, Primas von Ungarn und Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), hält es für dringend erforderlich, die Beziehung Kirche-Medien genauer zu untersuchen.



Beim Jahrestreffen der Pressesprecher und Medienvertreter der Bischofskonferenzen der verschiedenen europäischen Länder, das vom 11. bis zum 14. Juni in Rom stattfand, hob Kardinal Erdö hervor, dass diese Aufgabe gerade in der so komplexen heutigen Zeit höchst aktuell sei, „in der es einen so großen Informationsmangel über die Kirche gibt“.

Der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Msgr. Giuseppe Betori, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kirche zuallererst in die Ausbildung investieren müsse, damit es kritisch denkende Journalisten gebe, die in den Medien ein wahres Bild der Kirche zeichnen könnten „und nicht eine Maske, wie das in Italien allzu oft der Fall ist“.

Kommunikation „ist ein Thema, das alle Teilkirchen in Europa begeistert und über das sie sich Sorgen machen“, erklärte Paolo Bustaffa, Direktor der italienischen Nachrichtenagentur SIR („Servizio Informazioni Religiose“), im italienischen „Radio Vatikan“. „Es ist von großer Bedeutung, dass man versteht, welche Sprache die Kirche in Europa finden muss...,  um  dem Menschen heute das Evangelium zu verkünden.“

Grundlegend sei dabei die Zusammenarbeit. Und hier gehe es nicht nur darum, Synergien im Sinne der Technik oder der Arbeitsorganisation zu entwickeln, sondern auch Synergien „im Sinne des kulturellen Willens, der gegenseitigen Wertschätzung“.

Die Jahresversammlung der CCEE-Pressesprecher in Rom, die sich mit dem Thema „Die Herausforderungen im Kommunikationsbereich für die Kirche in Europa“ befassten, fand in den Räumlichkeiten der Italienischen Bischofskonferenz statt.

Die Begegnung wollte vor allem „Dialog, Zusammenarbeit und Informationsaustausch unter den Kommunikationsexperten der Bischofskonferenzen fördern“, heißt es in einer entprechenden Erklärung. Das Pressenetzwerk der Bischofskonferenzen in Europa wachse immer mehr und ziehe immer engere Kreise. Während der Tagung wurden zahlreiche Themen behandelt wie „Kirchliche Kommunikationstätigkeit und die Prozesse, die zur Entstehung der öffentlichen Meinung führen“, „Das Phänomen der Migration und die Medien“ oder „Kommunikationsmittel und Religionen“.

Das nächste Mal werden die Pressesprecher der verschiedenen Bischofskonferenzen Europas vor der Vollversammlung der CCEE-Medienkommission zusammenkommen, die für März 2009 vorgesehen ist.

Die Beziehung Kirche-Medien wird auch bei der diesjährigen CCEE-Jahresvollersammlung auf der Tagesordung stehen. Sie wird unter dem Vorsitz von Kardinal Erdö vom 30. September bis zum 3. Oktober in Budapest stattfinden.