Kardinal Errázuriz überreicht „Dokument von Aparecida“ an Vertreter des öffentlichen Lebens

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SANTIAGO DE CHILE, 31. August 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Francisco Javier Errázuriz stellte gestern, Donnerstag, das vom Papst autorisierte Schlussdokument der Fünften Vollversammlung der Bischöfe Lateinamerikas und der Karibik im Rahmen eines Festakts in der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile vor und betonte, dass es sich um ein sehr hoffnungsvolles, biblisch verwurzeltes Dokument handle.



Der Erzbischof von Santiago de Chile führte in seinem Vortrag in die Leitlinien des so genannten „Dokuments von Aparecida“ ein – die Vollversammlung hatte im Mai 2007 im größten brasilianischen Wallfahrtsort Aparecida stattgefunden –und würdigte die realistische und gleichzeitig hoffnungsvolle Perspektive auf das Leben, die einen Neubeginn in Christus und die missionarische Berufung seiner Jünger vorschlage.

In 15 Tagen hätten mehr als 260 Personen um die Abfassung des Schlussdokuments gerungen. Von der Möglichkeit, Eingaben an das Redaktionsteam zu machen, wurde nach Worten von Kardinal Errázuriz reichlich Gebrauch gemacht: 2.400 Änderungswünsche seien bis zum endgültigen vierten Entwurf vorgelegen. Einmütig hätten die Teilnehmer das Dokument schließlich mit zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen befürwortet.

Das vorliegende Dokument ist in den Augen des Kardinals einzigartig; es unterscheide sich von den Abschlussdokumenten früherer Vollversammlungen (Santo Domingo, Dominikanische Republik und Puebla, Mexiko), weil es in einem besonderen „Geist der Einheit und der Gemeinschaft“ entstanden sei. Die aktive Teilnahme aller und die Haltung der Treue im Bewusstsein der Zentralität der Beziehung zum Herrn in einem Leben als Jünger und Missionare seien für das Ergebnis prägend gewesen.

Zahlreiche Politiker und religiöse Hirten waren zur feierlichen Übergabe des Dokuments an die chilenische Öffentlichkeit erschienen. Sie werteten das Dokument als Hoffnungsträger. Der Politiker Sergio Bitar verwies auf die richtungweisende Grundlinie des Dokuments, das auch den Politikern ihren Auftrag vor Augen führe.

Die Senatorin Soledad Alvear, Vorsitzende der Christdemokratischen Partei, würdigte die Bedeutung der „Bestandsaufnahme der Realität“ und die Entwicklung von Perspektiven im Licht der Lehren Jesu. Ihr zufolge ist das Dokument insbesondere für gläubige Verantwortungsträger unentbehrlich. Das Dokument spreche zu Politikern, Mitarbeitern im öffentlichen Leben, Privatleuten und Unternehmern und Gläubigen gleichermaßen, fügte die Politikerin hinzu.

Der Metropolit der Orthodoxen Kirche von Antiochien, Erzbischof Sergio Abad, unterstrich die Notwendigkeit der Gemeinschaft auf allen Ebenen. Es sei wichtig, sich „allen Problemen des heutigen Menschen zu stellen: der Armut, der Erziehung, der Gesundheit“.

Pastor Juan Sepúlveda von der Pfingstkirche, der als Beobachter auf der Versammlung in Aparecida dabei war, verwies auf den starken ökumenischen Bezug des Dokuments, das zur gemeinsamen Mission in Lateinamerika aufrufe und die Präsenz anderer kirchlicher Gemeinschaften auf dem Kontinent würdige. Das gemeinsame Zeugnis der Einheit allein könne inmitten von Zerrissenheit und Zerwürfnissen und Ungerechtigkeiten die Mission auf dem Kontinent fruchtbar werden lassen.

Der Rektor der Katholischen Universität, Sergio Torres, betonte abschließend, dass katholische Bildungseinrichtungen nicht nur bestrebt seien, zur ersten Position auf der Rangliste hinaufzuklettern, sondern vor allem das Universitätsleben aus dem Evangelium heraus zu gestalten – „eine Herausforderung, die uns begeistert“.