Kardinal Ezzati über die Evangelisierung und Situation in Chile

Ernennung von Erzbischof Ricardo Ezzati Andrello SDB zum Kardinal

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 611 klicks

In einem Interview mit Rocío Lancho García, Redakteurin der spanischen Ausgabe von ZENIT, erklärte der am vergangenen Samstag zum Kardinal erhobene Erzbischof von Santiago de Chile, Ricardo Ezzati Andrello SDB, vor allem die Begegnung mit Papst Franziskus sei bewegend gewesen.

Der 71 jährige Ricardo Kardinal Ezzati Andrello SDB ist einer der 19 neu ernannten Kardinäle. Gegenüber Zenit erklärte er: „Papst Franziskus ermahnte uns, demütige Diener und Mitarbeiter des Petrusstuhls zu sein.“ Die Demut, die sie bei der Verrichtung ihres Dienstes und der Bruderschaft zeigten, erlaube es ihnen, den Menschen zur Seite zu stehen, vor allem denjenigen, die am Straßenrand liefen. Ihr sei es zu verdanken, dass sie erfolgreich an der Neuevangelisierung, die in der heutigen Zeit schwierig sei, mitarbeiteten. „Deshalb bin ich Optimist, glücklich der Kirche in meiner Erzdiözese in Santiago zu dienen und bei dieser Aufgabe mit dem Heiligen Vater zusammenzuarbeiten.“

Zur schwierigen Situation in Chile äußerte der Kardinal, dass Chile wie alle lateinamerikanischen Länder eine grundlegende Veränderung durchmache. Die kulturelle Veränderung erfordere „eine intelligente, großherzige und bisweilen mit Opfern verbundene Evangelisierung“. Wie zu Zeiten Jesu sei auch heute die Evangelisierung nicht einfach. Wer aber die Botschaft aufnehme, wisse darum, ein neues und großherzigeres Leben zu beginnen. „Es ist wichtig, dass wir Priester uns als Brückenbauer betätigen, so dass Jesus allen Menschen begegnen kann.“

Auf die Frage, wie er die Anwesenheit des emeritierten Papstes während der Zeremonie empfunden habe, antwortete Kardinal Ezzati Andrello: „Es war eine schöne Überraschung, auch den emeritierten Papst in der Basilika zu sehen. Es war sehr bewegend, weil Joseph Ratzinger mich zum Erzbischof von Concepción ernannt und dann als Emeritus nach Santiago versetzt hatte. Benedikt habe ich oft begegnen und sprechen können. Es gibt von ihm eine Aussage, die ich ganz besonders im Herzen trage und die ich den Priestern und Gläubigen weitergebe: ‚Erinnere dich, dass du, um auf deinen Füßen stehen zu können, niederknien musst'.“