Kardinal Filoni feiert die Messe zu Mariä Himmelfahrt mit den Vertriebenen im Irak

Der päpstliche Gesandte wird im Namen des Papstes eine Geldsumme überreichen, die auch den ebenfalls verfolgten Jesiden zugutekommen soll

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Redaktion | 238 klicks

Die Reise von Kardinal Filoni im Irak geht weiter. Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, persönlicher Gesandter von Papst Franziskus, feierte die Messe zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel unter den vertriebenen Christen im Flüchtlingscamp in Duhok, im Norden der Ninive-Ebene. Nach Angaben von Radio Vatikan leben in diesem Gebiet zur Zeit etwa 60 tausend Flüchtlinge.

Kardinal Filoni traf am vergangenen Donnerstag den Präsidenten der Kurdengebiete, Masoud Barzani, und überreichte ihm das Schreiben des Papstes, worin der Heilige Vater der kurdischen Regierung seinen Dank für die Aufnahme der Flüchtlinge ausdrückt.

In seiner Ansprache erinnerte Kardinal Filoni daran, dass die Kirche nicht die Rechte allein der Christen verteidige, sondern für alle diskriminierten Minderheiten spreche. Er betonte, die Menschen hätten ein Recht darauf, in ihrem Heimatland zu bleiben und als vollwertige Bürger zu leben. Der Kardinal deutete auch an, dass manche Staaten eine schwere moralische Verantwortung für die derzeitige Lage im Irak zu tragen hätten.

Schätzungen zufolge soll die Zahl der christlichen Flüchtlinge im Land bei ungefähr 100.000 liegen; die Gesamtzahl aller Vertriebenen belaufe sich auf etwa eine Million. In Ankawa, dem christlichen Stadtteil von Erbil, gibt es zur Zeit 23 Flüchtlingslager, in denen insgesamt nicht weniger als 20.000 Menschen leben.

Am Donnerstagnachmittag besuchte Kardinal Filoni, in Begleitung des Patriarchen Sako, des Apostolischen Nuntius Giorgio Lingua, des örtlichen Erzbischofs Bashar Warda und anderer Geistlicher, ein Flüchtlingscamp in der Nähe der syrisch-katholischen Kirche, wo er mit zahlreichen Menschen sprach. Hier traf er auch die Vertreter einer nichtchristlichen Minderheit, die der Kaki.

Anschließend besuchte er auch das Camp der chaldäischen Pfarrei von Mar Elias, wo ihn zahlreiche Kinder unter der Leitung örtlicher junger Erwachsener mit Gesängen und Gebeten empfingen. Schließlich hielt der Kardinal noch eine kurze Ansprache in der syrisch-orthodoxen Kirche der Stadt, im Beisein des orthodoxen Erzbischofs von Mosul.

Am Abend folgte noch ein letzter Besuch in einem Flüchtlingscamp in der Nähe der Residenz des chaldäischen Erzbischofs von Erbil. Allen überbrachte Kardinal Filoni den Trost und Segen des Heiligen Vaters und die Zusicherung an die Verantwortlichen der örtlichen Kirchen, ihren dringendsten Bedürfnissen entgegenzukommen.