Kardinal Filoni: Mehr Mut bei der Verkündigung des Evangeliums und mehr missionarische Zusammenarbeit

Auch die Lage in China ist Thema bei der Eröffnung der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke in Rom

| 876 klicks

ROM, 9. Mai 2012 (ZENIT.org). – Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Fernando Filoni, forderte in seiner Ansprache an die Teilnehmer der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke (PMW), die am 7. Mai im Exerzitienhaus der Salesianer Don Boscos in Rom eröffnet wurde, mehr Mut bei der Verkündigung des Evangeliums, wie der Fidesdienst berichtet. Die Evangelisierung sei als Aktivität im Herzen der Kirche situiert. Sie sei nicht das Werk einsamer Seefahrer, sondern sie begleite den Weg des Gottesvolkes und gehe mit diesem einher. Demzufolge müssten sich alle in die kirchlichen Ereignisse einbringen, die dieses Jahre eine ganz besondere Bedeutung hätten, und an diesen aktiv teilnehmen: das Jahr des Glaubens, die Synode der Bischöfe zum Thema Neuevangelisierung und das 50jährige Jubiläum der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Im Hinblick auf die bevorstehende Bischofssynode, die im Oktober zum Thema Neuevangelisierung stattfindet, betonte Kardinal Filoni: „Die Synode ist ein Ereignis, das uns aus nächster Nähe betrifft, denn die pastorale Begleitung, die Neuevangelisierung und die Evangelisierung 'ad gentes' sind als Bestandteile des kirchlichen Amtes miteinander verbunden und voneinander abhängig. Die Kirche schreitet in der Welt rasch voran, wenn sie sich sowohl der Erstevangelisierung als auch der Neuevangelisierung widmet; denn auf diese Weise wird sie dem Evangelium und dem Volk Gottes gerecht.“

Das 50jährige Jubiläum der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils solle Anlass zu einer erneuten Lektüre der missionarisch geprägten Konzilsdokumente sein. Der Kardinal wies in diesem Zusammenhang insbesondere auf die beiden Konzilskonstitutionen „Lumen Gentium“ und „Gaudium et Spes“ sowie auf das Dekret „Ad Gentes“ hin.

Abschließend erinnerte er vor allem auch an das Engagement für die Kirche in China, die einen günstigen Zeitpunkt für die Evangelisierung, aber auch eine kritische Zeit im Hinblick auf die Beziehungen zum Heiligen Stuhl bei der Ernennung von Bischöfen erlebe.

„Wir versuchen“, so Kardinal Filoni, „auch durch die modernen Kommunikationsmittel, die Stimme der Kirche und des Heiligen Stuhls unter all denjenigen in China hörbar zu machen, unter denen angesichts der derzeitigen Lage Verwirrung herrscht. Die Kongregation versucht, Klarheit zu schaffen und alle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, die bisher nicht zum Wohl der Kirche in China beigetragen haben.“