Kardinal George: Der Glaube bleibt der selbe, auch wenn die Theologie sich verändert

12. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin

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ROM, 3. Juli 2012 (ZENIT.org). - Die 12. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin endete am Sonntag mit einer hl. Messe, die vom Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Tarcisio Bertone, gefeiert wurde. In seiner Predigt, die sich mit dem Geheimnis der Eucharistie befasste, sprach Kardinal Bertone über den „tiefen und leuchtenden Glauben“ des Thomas von Aquin an das Allerheiligste Sakrament, so berichtet Ratio Vatikan.

Die Vollversammlung der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas von Aquin stand unter dem Thema „Das thomistische Erbe des seligen Johannes Paul II.“. Die Akademie wurde 1999 von Papst Johannes Paul II. neu geordnet, ganz im Geist seiner Enzyklika „Fides in ratio“, in der er zu einer Erneuerung des thomistischen Denkens aufgerufen hatte.

Unter den Vortragenden dieser dreitägigen Veranstaltung war auch Kardinal Francis George von Chicago. Er betonte, Johannes Paul II. habe „der Päpstlichen Akademie des hl. Thomas neue Kraft gegeben“. Die Enzyklika „Fides in ratio“ zitierend fügte Kardinal George hinzu, der hl. Thomas „bleibt der wichtigste Denker in unserer Geschichte, der es fertigbrachte, Glauben und Rationalität miteinander zu vereinen – genau wie Papst Johannes Paul II. es machte.“

„Eines der Mittel, um dies zu erreichen“, fuhr Kardinal George fort, „bestand darin, die Phänomenologie auf eine Art und Weise anzuwenden, die an den Gebrauch von Aristoteles seitens des hl. Thomas von Aquin erinnert. Das heißt, der Glaube entwickelt im Zwiegespräch mit dem philosophischen Denken Theologien, die sich mit der Zeit verändern. Der Glaube bleibt derselbe, aber die Theologie kann unterschiedlich sein, weil manche Philosophien, die ja ein Produkt des menschlichen Verstandes sind, besser mit den Geheimnissen des Glaubens klar kommen als andere“.

[Übersetzung des englischen Originals von Alexander Wagensommer]