Kardinal Jean-Louis Tauran, Spezialist im Dialog mit dem Islam

Präsident des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog

Rom, (ZENIT.org) Anne Kurian | 2536 klicks

Kardinal Jean-Louis Tauran, 69, ist einer der vier französischen Kardinäle, die am Konklave für die Wahl eines neuen Papstes nach dem Rücktritt Benedikts XVI. teilnehmen werden.

Kardinal Tauran, der am 21. Oktober 2003 von Johannes Paul II. in die Kardinalswürde erhoben wurde, ist seit 2007 Präsident des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog. In dieser Eigenschaft organisierte er im Vatikan zahlreiche Treffen mit muslimischen Würdenträgern. Im September 2012 reiste er in den Libanon.

Unter anderem war er auch Sekretär in der Abteilung für die auswärtigen Beziehungen des Vatikans im vatikanischen Staatssekretariat – praktisch der „Außenminister“ von Papst Johannes Paul II – sowie Leiter der Vatikanischen Bibliothek.

Auf der Bischofssynode über die Neuevangelisierung, die vom 7. bis 28. Oktober 2012 im Vatikan stattfand, bezeichnete Kardinal Tauran den interreligiösen Dialog als „eine Gelegenheit, den eigenen Glauben zu vertiefen und zu bezeugen.“

Auf der fünften Generalversammlung der Synode am Nachmittag des 10. Oktober, rief er die Christen zu mehr „Konsequenz“ in ihrem Glauben auf. „In der Beziehung zu Gläubigen anderer Religionen mit einer starken Identität ist es wichtig, dass die Christen motiviert und doktrinär gut ausgestattet sind“, erklärte Kardinal Tauran.

Gegen die manchmal wiederkehrende Vorstellung, dass Gewalt „ein Schutzschild für die eigene Religion“ sein könne, betonte Kardinal Tauran „die positive Wirkung“ des interreligiösen Dialogs: die Freundschaft, die sich im Alltag in Gesten der Brüderlichkeit und Solidarität konkretisiert; die Harmonie zwischen den Gläubigen, die oft zur Bildung einer Gesellschaft führt, in der die Religionen gemeinsam zum „Heilmittel gegen Entmenschlichung des Lebens und Gewalt“ werden.