Kardinal José Saraiva Martins: Die Seligsprechung Pius XII. ist nicht ad acta gelegt

Interview über anstehende Selig- und Heiligsprechungsverfahren

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ROM, 1. Februar 2008 (ZENIT.org).- In einem Interview mit der heutigen Ausgabe der italienischen Zeitung „Avvenire“ äußert sich der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, Kardinal José Saraiva Martins, unter anderem zum Stand von einigen anstehenden Verfahren.



So sei das Verfahren zur Seligsprechung von Papst Pius XII. weder zeitlich verzögert noch ad acta gelegt worden. Der Kardinal erinnerte daran, dass sich dieses Jahr der Todestag Pius XII. zum 50. Mal jährt. Aus diesem Grund werde es zu verschiedenen Initiativen kommen, zu denen auch eine gründlichere Forschung in den vatikanischen Archiven gehöre. Dies könne dem Seligsprechungsverfahren Pius XII. nur zu Gute kommen, fügte er hinzu.

Die in Frankreich sehnsüchtig erwartete Seligsprechung der Eltern der heiligen Teresia von Lisieux, der ehrwürdigen Martin e Azelia Guerin, deren heroischer Tugendgrad im Jahr 1994 bestätigt wurde, könne, so Saraiva Martins, nicht als bevorstehend betrachtet werden. Das Wunder aus dem Jahr 2002 sei von der Ärztekommission untersucht worden, müsse jetzt allerdings noch theologisch analysiert werden.

Im Verfahren zur Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman beschäftige sich die Ärztekommission der Kongregation derzeit mit dem angeblichen Wunder aus dem Jahr 2000. Aus diesem Grund bedürfe es noch einiger Zeit. Sollte das Wunder anerkannt werden, so wäre dies ein Ereignis von großer Bedeutung, gerade im Bereich der Ökumene.

Kardinal Saraiva Martins äußerte sich auch zur neuen „Instruktion für die Abwicklung der diözesanen und eparchalen Untersuchungen bei den Selig- und Heiligsprechungsprozessen“. Die Instruktion trägt den Titel „Sanctorum Mater“ und wurde noch nicht offiziell vorgestellt.

Mit diesem neuen Dokument habe die Kongregation beabsichtigt, die geltenden Bestimmungen zu klären und deren Anwendung zu erleichtern sowie konkret anzugeben, wie sie sowohl für die bereits bestehenden Prozesse als auch für die neu begonnenen anzuwenden seien. Es werden darin, wie der Kardinal erklärte, mit großer Sorgfalt alle Prozeduren erläutert, die die Diözesen bei den Untersuchungen zur Heiligkeit befolgen müssen. Dabei soll es zu einer noch strengeren Bewertung der Fälle kommen.