Kardinal Kasper: Die Trennung der Christenheit, eines der Grundübel in der Kirche

Die Ökumene ist der Weg in die Zukunft

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BARCELONA, 21. Februar 2007 (ZENIT.org).- De Entzweiung unter den Christen gehöre zu den größten Übeln in der Kirche, unterstrich Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, am Montag bei einem Vortrag in Barcelona (Spanien).



Anlass war ein Seminar zur Vorbereitung der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3), die vom 4. bis zum 9. September 2007 in der Europäischen Kulturhauptstadt Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) stattfinden wird. Die Zusammenkunft von 150 Delegierten in der katalonischen Hauptstadt galt der Erörterung der Bedeutung der geistlichen Perspektive der Ökumene.

Kardinal Kasper wies darauf hin, dass heute das Bewusstsein vorhanden sei, „dass die Trennung unter den Christen ein weltweiter Skandal ist“. Auch wenn die theologischen Unterschiede „auf der Hand liegen, so gibt es doch viel Gemeinsames – wie etwa die Taufe“.

Der Kurienkardinal zeigte auf, dass Ökumene ein Einigungsprozess sei und dass es dabei um eine Wiederannäherung von Kirchen gehe, „die getrennt sind, aber verbunden in dem Sinne, dass sie alle Christen sind“. Eine Auseinandersetzung gebe es nicht so sehr zwischen den Angehörigen der verschiedenen christlichen Konfessionen, „sondern zwischen Gläubigen und Ungläubigen“. Und er betonte in diesem Zusammenhang: „Ökumene ist nicht nur für Eingeweihte und Theologen.“

Der Päpstliche Rat zur Förderung der Einheit der Christen bemühe sich darum, „die Kirche den Menschen näher zu bringen, indem er aufzeigt, dass Ökumene das wahre Herz der Kirche ist“.

Ökumene ist nach Worten von Kardinal Kasper nicht ein Zusammenschluss zur Verwirklichung unterschiedlicher Unternehmungen, sondern eine „Gabe des Heiligen Geistes“ und der „wahre Weg der Kirche in die Zukunft“; und Ökumene lebe in erster Linie von der Bekehrung: „Es gibt keine Ökumene ohne eine innere Veränderung“.

Ohne Theologie und einen theologischen Dialog gäbe es keine Spiritualität, führte der Kurienkardinal weiter aus. Und diese Spiritualität sei nicht nur etwas Privates, sondern etwas, was zugunsten der ganzen Gesellschaft „aufblühen und wirken“ sollte.

In Sibiu werden sich rund 2.500 Delegierte aus ganz Europa mit neun Themen befassen: Einheit, Spiritualität, Zeugnis, Europa, Religionen, Migration, Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden.