Kardinal Koch fordert mehr Einsatz für verfolgte Christen

Es wird zu viel geschwiegen

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 255 klicks

Der im Vatikan für die Ökumene verantwortliche Kurienkardinal Kurt Koch hat an diesem Sonntag in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ ein mutigeres Eintreten aller Kirchen für verfolgte Christen weltweit gefordert. Das „tiefste und geistlichste Fundament“ des Eintretens der Kirchen gegen Christenverfolgung sei die „Ökumene des Leidens“, von der Papst Franziskus zu verschiedenen Anlässen gesprochen habe. Koch sagte:

„Dies gilt gerade für die Ursprungsländer im Nahen Osten, wo die Christen fliehen und gezwungen werden, wegzugehen, weil sie ermordet werden, wenn sie bleiben“.

Die derzeit schwierigste Herausforderung der Ökumene mit der Orthodoxie stelle die Ukraine, so Koch. Das orthodoxe Patriarchat in Moskau beschuldigt die katholische Kirche, nicht klar Glaube von Politik zu trennen. Eine Verständigung über die Vorrangstellung des Papstes unter den übrigen Bischöfen ist nach seiner Ansicht gegenwärtig die vordringlichste Aufgabe im katholisch-orthodoxen Dialog. Man müsse eine Ausübung des Primats wiederfinden, die auch für andere Kirchen gelten könne, so Koch. Das größte Hindernis für die Ökumene sei nach wie vor der Primat des Bischofs von Rom. Als „großen Schritt nach vorne“ in dieser Frage wertete Koch das Abschlussdokument der Zusammenkunft der internationalen katholisch-orthodoxen Kommission 2007 im italienischen Ravenna, in dem auch von orthodoxer Seite festgehalten werde, dass die Kirche auf lokaler, regionaler und universaler Ebene einen „Ersten“ brauche.

Nach Ansicht Kochs müsse die katholische Kirche intensiver den Kontakt mit Pfingstkirchen und evangelikalen Gruppen suchen, da sie mittlerweile die zweitgrößte christliche Gemeinschaft nach der katholischen Kirche seien. Er sei überzeugt, dass Papst Franziskus im Verhältnis zu den beiden Gruppen bisher verschlossene Türen öffnen könne.