Kardinal Kung als Beispiel für Bischöfe Chinas

Hongkongs Altbischof erinnert an vor zehn Jahren verstorbenes Vorbild

| 1553 klicks

HONGKONG, 16. März 2010 (ZENIT.org).- Kardinal Joseph Zen Ze-kuin, ehemaliger Bischof von Hongkong, hat zum zehnten Jahrestag des Todes Kardinal Ignatius Kung Pin-meis dessen Leben als beispielhaft für die Hirten Chinas herausgestellt. Am vergangenen Freitag feierte Kardinal Zen im Gedenken an einstigen Bischof von Shanghai in der Kapelle der Salesianer in Hongkong eine Heilige Messe. Kung war am 12. März 2000 in den Vereinigten Staaten gestorben.

Rund 40 Personen, darunter auch Chinesen die aus Shanghai stammen, nahmen an der Gedächtnismesse teil. Dabei stellte der Hongkonger Kardinal den vor zehn Jahren Verstorbenen als Beispiel für chinesische Bischöfe heraus, die sich aktuell Versuchungen ausgesetzt sehen. „Fast alle chinesischen Bischöfe aus den offenen Gemeinschaften sind vom Papst anerkannt worden....aber einige von ihnen sind nicht zurückgekehrt, und einige von ihnen haben ihre Unterstützung für die unabhängige, selbstgeführte Kirche erklärt", sagte Kardinal Zen in Anspielung auf die von Peking kontrollierten Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung. „Einige von ihnen kämpfen, zögern, unter Versuchungen und unter Druck."

Während anerkannt werden müsse, dass über diese Bischöfe nicht gerichtet werden könne, oder diese nicht kritisiert werden könnten und in der Annahme, dass „wir nicht in ihren Schwierigkeiten stecken", rief der Kardinal dazu auf, für die chinesischen Bischöfe zu beten, sie mögen doch Kardinal Kungs Beispiel folgen. Die Ausführungen des ehemaligen Hongkonger Bischofs stehen möglicherweise im Zusammenhang mit der Causa des Bischof-Koadjutors von Baoding, Francis An Shuxin. Der frühere „Untergrundbischof" trat vor einiger Zeit der „Patriotischen Vereinigung" bei, ein Schritt, der viele chinesische Katholiken irritierte. Daraufhin hatte Kardinal Zen auf seiner Internetseite chinesische Bischöfe, die vom Vatikan anerkannt sind, gewarnt, sich von der „Patriotischen Vereinigung" instrumentalisieren zu lassen.

Kardinal Kung war im Jahr 2000 in Stamford, Connecticut, im Alter von 98 Jahren gestorben. Wegen seiner Treue zum Papst erlitt er mehr als 30 Jahre Gefangenschaft in der Volksrepublik China. Im Jahr 1988 erlaubte ihm die chinesische Führung zur medizinischen Behandlung die Ausreise in die Vereinigten Staaten. Er war 1985 unter Hausarrest gestellt worden, als er 86 Jahre alt war. Der Kardinal blieb bei seinem Neffen in den USA bis zu seinem Tod. Im Jahr 1979 hatte ihn Papst Johannes Paul II. in pectore zum Kardinal ernannt, während Kung noch im Gefängnis saß. (mk)