Kardinal Lehmann: Die Sternsinger, „Vorbilder für den Frieden“

Weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder besteht seit 50 Jahren

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BONN, 11. Januar 2008 (ZENIT.org).- Sternsinger sind „Vorbilder für das Bemühen um Ausgleich und Frieden“. Das betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, aus Anlass des bundesweiten Dankfeiertages der Sternsinger, der morgen, Samstag, begangen wird.



„Nach wie vor ist die Not in vielen Teilen der Erde groß. Beiträge zu Entwicklung und Frieden bleiben daher dringend gefragt. Die Sternsinger (vgl. http://www.sternsinger.de) sind ein gutes Beispiel für das, was möglich ist. Nicht nur, weil sie als Kinder den in Not lebenden Kindern in anderen Weltgegenden helfen. Sondern auch, weil sie uns Erwachsene daran erinnern, dass Solidarität ein unverzichtbarer Schlüssel für den Frieden in unserer zerrissenen Welt ist. So bauen die Sternsinger Brücken: zwischen Arm und Reich, Nord und Süd, aber auch zwischen Jung und Alt“, erklärte der Kardinal nach einer heute veröffentlichten Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz.

Die Sternsinger-Aktion, die nun seit 50 Jahren besteht, schlage auch eine Brücke vom kirchlichen Engagement in der Öffentlichkeit zu der doch stark säkularisierten Gesellschaft. Noch wichtiger sei aber, dass die Sternsinger den Rückzug des Glaubens aus der Gesellschaft auch ganz persönlich durchbrächen, wenn sie „von Tür zu Tür ziehen und jedem Haushalt ihre Botschaft und die Bitte um Gottes Segen bringen“. Die Sternsingerbewegung ist nach Worten von Kardinal Lehmann „eine einmalige Erfolgsgeschichte der Kirche, besonders der Kinder“.

Am Samstag, den 12. Januar, finden bundesweit neun Dankfeiern statt, zu denen insgesamt rund 10.000 Sternsinger erwartet werden. Dabei danken elf Diözesen stellvertretend allen Kindern und Jugendlichen, die sich bei der 50. Aktion Dreikönigssingen engagiert haben. So feiern die Bistümer Essen, Paderborn, Dresden-Meißen, Hildesheim, Freiburg, Hamburg und Mainz mit den Sternsingern. Die Bistümer Rottenburg-Stuttgart und Augsburg sowie Regensburg und Passau haben gemeinsame Gottesdienste. Kardinal Lehmann selbst feiert um 14.00 Uhr im Mainzer Dom einen Dankgottesdienst mit den kleinen Königen. Am 13. und 19. Januar folgen Dankfeiern in den Diözesen Magdeburg und Görlitz.

Bundesweit waren seit Anfang Januar rund 500.000 Sternsinger unterwegs, um den Segen „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an die Türen zu schreiben und Spenden zu sammeln. Seit 1958 haben die Sternsinger mit der Aktion Dreikönigssingen insgesamt 612 Millionen Euro gesammelt und damit mehr als 51.000 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa gefördert. Träger der bundesweiten Aktion sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Seit dem Start hat sich das Dreikönigssingen zur weltweit größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder entwickelt. Bei der 49. Aktion zum Jahresbeginn 2007 sammelten die Mädchen und Jungen aus 12.223 Pfarrgemeinden 38,8 Millionen Euro. Mit den Mitteln werden weltweit Projekte in den Bereichen Evangelisierung, Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung, Ernährung, Rehabilitation und Nothilfe gefördert.