Kardinal López Trujillo: Die Bioethik hat ihre Grenzen

| 860 klicks

ROM, 16. Juni 2006 (ZENIT.org).- Kardinal Alfonso López Trujillo, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, hat vor kurzem darauf hingewiesen, dass die Kirche sich gegen eine rein wissenschaftlich und materialistisch geprägte Auffassung von Bioethik wendet, die keinerlei Grenzen anerkenne.



In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" ging der Kurienkardinal näher auf das Dokument "Die Familie und die menschliche Fortpflanzung" ein, das sein Dikasterium vor zehn Tagen veröffentlicht hatte (vgl. ZENIT vom 6. Juni).

"Das Echo, das dieser Text hervorgerufen hat, ist positiv", bekräftigte Kardinal López. "Er wird viel diskutiert, nicht nur in Italien. Und es hat nicht nur Kritik gegeben, sondern auch Unterstützung.

Das Dokument ruft in Erinnerung, dass die Familie und die menschliche Fortpflanzung Gaben des Herrn sind und nicht wissenschaftliche oder technologische 'Produkte'. Wird diese Wahrheit nicht in Betracht gezogen, ist die Gefahr gegeben, dass die Lehre der Kirche abgeschwächt wird. Ihr zufolge entspringt alles, was den Zeugungsakt betrifft, aus der ehelichen Liebe zwischen Mann und Frau."

In Bezug auf die Forschung mahnte der Kardinal dazu, Klugheit walten zu lassen – "vor allem, wenn es um Embryos und das Einfrieren von Keimzellen geht. Die wissenschaftliche Forschung ist sehr etwas sehr Gutes, aber die unerlässlichen Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen, sind nicht zu vergessen."