Kardinal Lustiger ist päpstlicher Sondergesandter für Gedächtnisfeier in Auschwitz

Feierlichkeiten zur Befreiung aus dem einstigen KZ vor 60 Jahren am 27. Januar

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ROM, 10. Januar 2005 (ZENIT.org).- Johannes Paul II. hat Kardinal Jean-Marie Lustiger, Erzbischof von Paris, zu seinem Sondergesandten für die am 27. Januar 2005 stattfindenden Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers von Auschwitz-Birkenau (Südpolen) ernannt. Dies teilte vergangenen Samstag das Presseamt des Heiligen Stuhls mit.



Der französische Kardinal Lustiger wurde 1926 im Schoße einer jüdischen Familie polnischer Herkunft in der französischen Hauptstadt Paris geboren. Seine Mutter wurde von den Nationalsozialisten nach Polen deportiert. Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau fand sie den Tod. Ihr Sohn Jean-Marie trat im Jahre 1940 zum Katholizismus über und wurde schon bald zum bekanntesten Verfechter des jüdisch-christlichen Dialogs.

An den Gedenkfeierlichkeiten Ende Januar seien einige 10.000 Personen erwartet, erklärten die polnischen Schirmherren im vergangenen Monat. Aus aller Welt würden ehemalige Gefangene zum einstigen Ort des Grauens zurückkehren, hieß es –insbesondere aus Israel, Russland, der Ukraine, Weißrussland und Ungarn.

Unter den 30 vertretenen Nationen sollen sich auch 14 Staatschefs einfinden, unter anderem der russische Staatspräsident Vladimir Putin, Moshe Katzav aus Israel, Horst Köhler aus der Bundesrepublik, Aleksander Kwasniewski aus Polen und der französische Staatschef Jacques Chirac. Außerdem haben sieben Ministerpräsidenten sowie zwei Vertreter von Königshäusern ihr Kommen zugesagt – die Königin Beatrice von Dänemark und König Albert II von Belgien. Mit dabei sein werden auch José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, und der EU-Parlamentspräsident Josep Borrell.

Die polnischen Veranstalter ließen wissen, dass Papst Johannes Paul II. aus Anlass des 60. Jahrestags der Befreiung der Gefangenen eine Sonderbotschaft übermitteln will.