Kardinal Maradiaga: In Simbabwe muss die Achtung der Gesetze und der Menschenrechte wieder hergestellt werden

60.000 Menschen protestieren in Dublin gegen Entführung von Menschenrechtlern

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HARARE/ROM, 15. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die sofortige Freilassung der in Simbabwe entführten Menschenrechtler fordert der Vorsitzende von Caritas Internationalis, Kardinal Oscar Rodriguez Mardiaga. In einem Mahnbrief bringt der Erzbischof aus Honduras seine „Sorge“ um die in Simbabwe entführten Menschenrechtler der Organisation „The Zimbabwe Peace Project“ (ZPP) zum Ausdruck.

„ZPP spielt eine wichtige Rolle bei der Dokumentation der politischen Gewalt in Simbabwe. Bereits im Vorfeld der Präsidentschaftswahl wurde die Organisation sowohl im Inland als auch im Ausland heftig kritisiert“, so der Vorsitzende von Caritas Internationalis.

„Die Nachricht von der Entführung von Jestina Mukoko ist beunruhigend. Es handelt sich um eine Person, die wir vor allem für ihr Engagement für die Menschenrechte und als wertvolle Partnerin der Caritas schätzen. Frau Mukoko und die anderen Menschenrechtler, die entführt wurden, müssen umgehend freigelassen werden. In Simbabwe muss die Achtung der Gesetze und der Menschenrechte wieder hergestellt werden“, heißt es in einem von Fides veröffentlichten Appell des Vorsitzenden von Caritas Internationalis und Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras), in dem er die sofortige Freilassung von Frau Mukoko und den zusammen mit ihr entführten Menschenrechtlern fordert.

Aus Solidarität haben verschiedene nationale Abteilungen der Caritas Solidaritätsmärsche veranstaltet. So hat der irische Caritasverband „Trocaire“ am vergangenen Samstag in Dublin einen Marsch im Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Simbabwe durchgeführt. Rund 60.000 Iren haben ihre Solidarität für die Opfer des Regime Mugabes bezeugt, die nach dem Hunger jetzt von Cholera bedroht seien, meldete Fingal. Simbabwe habe schon über 1000 Tote durch die Epidemie zu beklagen. Mit weiteren 16.500 Infizierten sei das marode Gesundheitssystem völlig überfordert.

„Am Montag, dem 8. Dezember“, so Kardinal Maradiaga in seinem Mahnbrief weiter, „wurden zwei ihrer Mitarbeiter ebenfalls aus den Büroräumen verschleppt. Von keinem von ihnen ist der Aufenthaltsort bekannt und niemand zeigt sich bislang für die Entführung verantwortlich.“

„Die Menschenrechtslage hat sich im Laufe des vergangenen Jahres sehr verschlechtert. Neben der Entbehrung grundlegender Rechte, wie zum Beispiel des Rechts auf Lebensmittel und Trinkwasser, Gesundheitsversorgung und Bildung, wurden in den vergangenen Monaten auch sogenannte illegale Diamantensucher von Polizeibeamten und Soldaten ermordet. Außerdem wurden 70 Personen bei Protestkundgebungen von Gewerkschaften verhaftet und Menschenrechtler werden systematisch verfolgt“, heißt es in der Verlautbarung.

Viele Krankenhäuser in Simbabwe sind geschlossen, da der öffentliche Dienst kollabiert ist. Jetzt wurde der nationale Notstand ausgerufen und um ausländische Hilfe gebeten. Ursachen für die Epidemie sind wahrscheinlich die unzureichende Trinkwasserversorgung und die mangelhafte Abwasseraufbereitung. 5,5 Millionen Menschen leben in Simbabwe unter katastrophalen hygienischen Bedingungen.