Kardinal Martino: Die Evangelisierung Afrikas bedeutet Förderung des Menschen

Eröffnung der Panafrikanischen Konferenz zum Thema der Evangelisierung

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DARESSALAM, 29. August 2008 (ZENIT.org).- „Zur Lösung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme Afrikas ist es notwendig, in die afrikanischen Kulturen einen ganzheitlichen Humanismus einzupflanzen, in der die Solidarität sich für die Transzendenz öffnet.“ Mit diesen Worten eröffnete Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, gestern, Donnerstag (28. August), die Panafrikanischen Konferenz, die in diesen Tagen in der Erzdiözese Daressalam (Tansania) stattfindet.

„Der Mensch kann unter unmenschlichen sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Bedingungen nicht leben“, betonte der Würdenträger nach einem Bericht von „Radio Vatikan“. „Das ist der Grund, warum es notwendig ist, den Grundsatz des Personalen auszusprechen, der auf allen Ebenen seinen konkreten Ausdruck in der Förderung der menschlichen Würde finden muss, gegen jegliche Art von Diskriminierung.“

Die Konferenz mit dem Titel „Auf dem Weg zu einer neuen Evangelisierung der afrikanischen Gesellschaften“ wurde vom genannten Dikasterium in Zusammenarbeit mit dem Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) organisiert. Den Vorsitz führte mit Kardinal Martino gemeinsam der Erzbischof von Daressalam, Kardinal Polycarp Pengo, der die abschließende Ansprache halten wird.

Unter den Teilnehmern befinden sich die Bischöfe, die Leiter der bischöflichen Kommissionen für „Gerechtigkeit und Frieden“ auf dem gesamten Kontinent sowie die Mitglieder der internationalen katholischen Organisationen und Universitäten. Als Referentin wird unter anderem die Vizegeneralsekretärin der Vereinten Nationen und Leiterin des UN-Stützpunktes in Nairobi, Dr. Anna Tibaijuka, erwartet.

Eines der Ziele der Konferenz ist es, den afrikanischen Diözesen das Kompendium der Soziallehre der katholischen Kirche vorzustellen, das der Päpstliche Rat bereits in Nord- und Südamerika (Mexiko-Stadt, 2005) und Asien (Bangkok, 2006) präsentiert hat und voraussichtlich im nächsten Jahr in Europa vorstellen wird. Verantwortlich für die Präsentation wird der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Monsignor Giampaolo Crepaldi, sein. Er erklärte gegenüber dem „Osservatore Romano“, dass es darum gehe, „die Lehren der Kirche auf afrikanischem Boden zu kontextualisieren“, besonders „in Bezug auf die Tätigkeit der Ortskirchen, auf die Familien und die Rolle der Laien ebenso wie in Bezug auf Politik und Wirtschaft.“

Gerade bezüglich dieser Fragen sandte der Papst im Juli vergangenen Jahres eine Botschaft an die afrikanischen Bischöfe, die damals in Bagamoyo (Tansania) zusammengekommen waren. Das Thema des Dokuments: „Pastorale Perspektiven für eine Neuevangelisierung im Kontext der Globalisierung und ihrer Auswirkungen auf die Afrikanischen Kulturen.“

Der Heilige Vater betont darin die Notwendigkeit, wirksame Formen und Wege zu finden, „die unveränderliche Wahrheit des Evangeliums zu vermitteln, besonders die Werte der Lebensfreude, der Achtung für das ungeborene Leben, der bedeutenden Rolle der Familie und des tiefen Sinnes der Gemeinschaft und Solidarität, wie sie in den afrikanischen Kulturen vorzufinden sind.“