Kardinal Martino: Kirche verkündet Option für die Schwachen

Jeder Mensch ist aufgerufen, die Barmherzigkeit Gottes nachzuahmen

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LOURDES, 12. September 2007 (ZENIT.org).- In einer Welt des Körperkults verkünde die Kirche ihre Option, die den Schwachen und den and den Rand Gedrängten den Vorzug gibt, erklärte Kardinal Renato Martino, Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, während der Eröffnung des 5. Europäischen Kongresses für Wallfahrten und Heiligtümer, der vom 10. bis zum 13. September in Lourdes stattfindet.



In Europa zirkulierten Menschen und Ideen, fuhr der Kardinal fort. „Diese ständige Begegnung ist ein Zeichen der Zeit, das die Kirche interpretieren muss.“ Und zugleich lade sie zu Brüderlichkeit und Solidarität ein. Wie die heiligen Patrone Europas, so müssten auch die Hirten und Seelsorger „zur Geistlichkeit erziehen und diese anbieten“.

Die Aufgabe der Gläubigen bestehe darin, „Christen und Menschen guten Willens einzuladen, aus ihrer alltäglichen Routine auszubrechen und ihre Pilgerreise anzutreten“. Diese Wallfahrten seien immer „Pilgerreisen der Versöhnung“.

Kardinal Martino hob auch hervor, wie wichtig es sei, dass man „nicht nur die große Vielfalt der Kulturen und der Ausdrucksweisen des Glaubens akzeptiert“, sondern dass man auch „in Gemeinschaft“ miteinander lebe.

Eine Wallfahrt sei ein Ort der Barmherzigkeit, so Kardinal Martino: „In einer Welt, die die Krankheit und Schwachheit an den Rand der Gesellschaft drängt, um die physische Schönheit und die körperliche Vollkommenheit zu verherrlichen, bezeugt Ihr, Leiter von Pilgerreisen und Rektoren von Heiligstätten, dass die Kirche zu den Vergessenen und den am Rand der Gesellschaft Lebenden hinausgeht. Ihr müsst daran denken, dass das Herz Gottes Barmherzigkeit ist, was sich in der Schöpfung des Menschen als Abbild Gottes widerspiegelt.“