Kardinal Marx wäscht Flüchtlingsfamilien die Füße

Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag im Liebfrauendom

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 250 klicks

Bei der Messe vom Letzten Abendmahl am Gründonnerstag, 17. April, wird der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, Flüchtlingsfamilien aus Nigeria, Syrien und dem Irak die Füße waschen. Diese symbolische Handlung erinnert daran, dass Jesus Christus vor dem Letzten Abendmahl in Jerusalem seinen Jüngern die Füße wusch, wie im Evangelium berichtet wird. Die Messe vom Letzten Abendmahl beginnt um 20 Uhr im Münchner Liebfrauendom.

Die Familie aus Nigeria wohnt in einer Wohnung, die von einem Pfarrverband der Erzdiözese zur Verfügung gestellt wurde, und wird von Alveni, dem Sozialdienst für Flüchtlinge des Caritasverbandes, und dem Helferkreis des Pfarrverbands begleitet. Die Familie wanderte wegen der Religionskonflikte und der Armut in Nigeria zunächst nach Libyen aus und lebte dort einige Jahre, bevor sie während der Wirren um den Sturz von Muammar al-Gaddafi wegen ihrer Hautfarbe aus dem Land vertrieben wurde. Die Familie aus Syrien lebt in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und wird ebenfalls von Alveni und einem pfarrlichen Helferkreis begleitet. Sie floh vor dem Bürgerkrieg und der Christenverfolgung in Syrien. Die Familie aus dem Irak, die syrische Wurzeln hat, lebt in einer Sozialwohnung der Stadt München und wird begleitet von Pater Josef Moser PA, dem Seelsorger für arabischsprachige Katholiken in München. Sie ist nach dem Krieg im Irak wegen der gegen Christen gerichteten Gewalt zunächst nach Syrien, dann nach Deutschland geflohen.

Kardinal Marx macht mit der Fußwaschung auf die schwierige Situation von Flüchtlingen aufmerksam und fordert gleichzeitig dazu auf, den Menschen, die in Deutschland und Europa eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder suchen, besondere Wertschätzung und Unterstützung zukommen zu lassen. Zahlreiche kirchliche Hauptamtliche und Ehrenamtliche engagieren sich bereits in der Begleitung von Flüchtlingen, beispielsweise über Alveni, über örtliche Helferkreise oder über Initiativen von Orden und Verbänden. In Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen werden mittlerweile Unterkünfte für bis zu 500 Menschen angeboten.

Die Messe vom Letzten Abendmahl, die am Gründonnerstag gefeiert wird, erinnert an die Einsetzung der Eucharistie beim Letzten Abendmahl Jesu Christi in Jerusalem. Beim Gloria erklingen in diesem Gottesdienst zum letzten Mal die Orgeln und Glocken, bevor sie bis zur Feier der Osternacht verstummen. Nach der Messe vom Letzten Abendmahl wird das Allerheiligste, Christus in Gestalt der konsekrierten Hostien, zur Aufbewahrung an einen gesonderten Ort, zum Beispiel den Tabernakel eines Seitenaltares, gebracht. (gob)

Hinweise:
Die Messe vom Letzten Abendmahl im Liebfrauendom wird unter www.erzbistum-muenchen.de/stream live ins Internet übertragen. Radio- und Fernsehjournalisten werden um Anmeldung in der Pressestelle unter E-Mail pressestelle@erzbistum-muenchen.de oder Telefon 089/2137-1263 gebeten.

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)