Kardinal Marx weiht neuen Altar in St. Michael in Attel

Gewinnerin von Studentenwettbewerb schafft Entwurf aus Glas und Messing

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 438 klicks

In einem Festgottesdienst am Sonntag, 24. November, um 10 Uhr weiht der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, den neuen Volksaltar und die erneuerte Orgel der Pfarrkirche St. Michael in Attel nahe Wasserburg am Inn. Der Altar wurde von Sina Wagner, Studentin an der Akademie der Bildenden Künste München, geschaffen. Der Entwurf entstand in einem künstlerischen Ideenwettbewerb, an dem zehn Studenten und Studentinnen der Bildhauerklasse von Professor Hermann Pitz teilnahmen.

Der neue Altar ist als quaderförmiger, gläserner Körper gebildet. Boden- und Altarplatte sind aus goldglänzendem Tombak, einer Messinglegierung, gefertigt und durch fünf kreuzförmige Stützen miteinander verbunden, die die fünf Wundmale Jesu symbolisieren. Unter der mittleren Stütze werden bei der Altarweihe Reliquien der Seligen Kaspar Stangassinger und Otto von Freising eingesetzt. In das den Altar umschließende Glas sind handmodellierte Strukturen eingearbeitet, die fließendes Wasser suggerieren. Der Altar ist nach Auskunft der Künstlerin inspiriert vom Symbol des Wassers als Quelle des Lebens, aber auch von den Beschreibungen des Himmlischen Jerusalem in der Geheimen Offenbarung des Johannes, die auch im Altarbild der Kirche St. Michael dargestellt ist.

Die Orgel, die der Münchner Meister Anton Bayr im Jahr 1769 in der Kirche St. Michael eingebaut hatte, wurde unter Verwendung brauchbarer Originalteile erneuert. Das Instrument, dessen fünfteiliger Prospekt im Rokokostil mit musizierenden Putten geschmückt ist, war auch durch einen Holzwurmbefall geschädigt worden. Orgelbaumeister Alois Linder aus Nussdorf erläutert am Sonntag, 24. November, um 15 Uhr die Erneuerung der Orgel, anschließend gibt Organist Friedemann Winklhofer ein Konzert.

Die Pfarrkirche St. Michael, ehemals die Kirche des Benediktinerklosters Attel, entstand in den Jahren 1713 bis 1715 und zeichnet sich durch eine reiche Stuckdekoration und eine qualitätvolle Altarausstattung aus dem 18. Jahrhundert aus. Berühmtestes Bildwerk ist die „Immaculata“ von Ignaz Günther, eine Skulptur, die die Gottesmutter Maria darstellt. 2013 nahm eine zeitgenössische Interpretation der jungen Münchner Künstlerin Elke Härtel den Platz der Skulptur ein, die im Diözesanmuseum Freising aufbewahrt wird. Derzeit begeht die Pfarrei St. Michael mit zahlreichen Veranstaltungen das 300-jährige Bestehen der Kirche. (gob)

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)