Kardinal Marx will Glaubensdialog im Erzbistum fortsetzen

Erzbischof schließt beim Korbiniansfest Jahr des Glaubens ab und zieht positive Bilanz

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 303 klicks

Kardinal Reinhard Marx kündigte anlässlich des Abschlusses des Jahrs des Glaubens an, mit den Gläubigen im Erzbistum den direkten Dialog über den Glauben weiterführen zu wollen. „Für einen Bischof ist es wichtig, mit dem Volk Gottes im Austausch über den Glauben und im Glauben zu sein“, sagte der Erzbischof von München und Freising am Samstag, 23. November, bei einem Pontifikalamt im voll besetzten Freisinger Mariendom zu Ehren des Bistumspatrons St. Korbinian. Dies nehme der Kardinal als Erfahrung aus den sechs Glaubensgesprächen mit, die im Jahr des Glaubens an verschiedenen Orten im Erzbistum stattgefunden hatten. Nun gelte es darüber nachzudenken, wie man diesen Austausch weiterführen könne, und mit passenden Formen des Dialogs zu „experimentieren“. Das Jahr des Glaubens wurde im Erzbistum seit dem 11. Oktober 2012 mit zahlreichen Gottesdiensten, Bildungs- und Kulturveranstaltungen begangen und nun im Rahmen des Korbiniansfestes abgeschlossen. 

Ein lebendiger Dialog über den Glauben sei auch in den Pfarreien notwendig, „denn der Glaube ist ein Weg, den man nur in Gemeinschaft gehen kann“. Bei aller Veränderung in der Struktur der Seelsorge sei die Pfarrei „ein entscheidender und wichtiger Ort, an dem Menschen verschiedener Völker, Schichten und Berufe zum einen Volk Gottes zusammengeführt werden und gemeinsam ihren Glauben leben und praktizieren“, betonte der Kardinal. „Die Pfarreien bleiben das offene Tor in die Gesellschaft, mit ihren weithin sichtbaren Kirchtürmen, die alle dazu einladen, sich mit auf diesen Weg zu machen“, so Marx weiter. Dies schließe auch die Menschen mit ein, die „Brüche, Ängste, Sünden“ haben. Die Kirche müsse wahrnehmen und annehmen, dass der Weg des Glaubens auch „durch die Nacht, durch Verwirrung, durch Scheitern und zu Neuanfängen“ führe. „Niemand darf weggedrückt, zur Seite gedrückt werden, weil er nicht den Maßstäben entspricht“, mahnte der Erzbischof an. 

Im Nachklang des Jahrs des Glaubens lud Kardinal Marx auch dazu ein, sich immer wieder damit auseinanderzusetzen, „was es heißt, zu glauben, und wie Glauben eigentlich geht“. So sei etwa das Zeugnis ein zentrales Element: „Priester und pastorale Mitarbeiter dürfen sich nicht auf ihre Autorität oder ihr Wissen berufen, sie müssen durch ihr Zeugnis überzeugen, indem sie das Evangelium durch das eigene Leben durchscheinen lassen.“ Dieser Auftrag gelte für alle Christen, besonders auch für die Familien. Der Heilige Korbinian könne dafür als Vorbild dienen: „Er ist ein solcher Glaubenszeuge, der uns bis heute inspiriert, anspricht und ermutigt, den Weg des Glaubens zu gehen“, so der Kardinal. 

Zum Ende des Festgottesdienstes ehrte Kardinal Marx vier Ehrenamtliche der Erzdiözese mit der Korbiniansmedaille für ihr beispielhaftes Engagement: Philomena Hausner aus der Pfarrei Mariä Heimsuchung in Hartpenning, Michael Lutzenberger aus der Pfarrei St. Georg in Freising, Peter Weber aus der Pfarrei St. Michael in Rosenheim und in Abwesenheit Luisa Costa Hölzl aus der Pfarrei St. Bonifaz und der portugiesischsprachigen katholischen Gemeinde München. Das jährliche Korbiniansfest feiern die Gläubigen im Anschluss an den Gottesdienst traditionell mit einem Begegnungsfest auf dem Domberg und einer feierlichen Vesper, bei der der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen Korbinian durch den Kreuzgang des Domes getragen wird. In diesem Jahr fand anlässlich des Korbiniansfestes erstmals ein internationaler Markt statt, bei dem europäische Länder und Regionen mit Verbindungen zum Heiligen Korbinian und dem historischen Bistum Freising mit Ständen vertreten waren, darunter Österreich, Slowenien und Südtirol. (kbr)

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)