Kardinal Meisner erinnert Künstler an ihre eigentliche Berufung

Aschermittwoch der Künstler

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1076 klicks

An ihre eigentliche Berufung, Gott im Wahren, Schönen und Guten sichtbar zu machen, hat Kardinal Meisner in seiner Predigt am Aschermittwoch der Künstler erinnert. Berufung der Künstler sei, Gottes Wirklichkeit ans Licht zu bringen:

„Das Wahre, Gute, Schöne: Jedes bringt die eine und die gleiche Wirklichkeit ans Licht, nämlich den Schöpfergott, der im Wahren, im Guten und im Schönen gegenwärtig ist“, so der Kardinal. Und weiter:

„Gott sagt sich also dem Menschen im Wahren zu. Er händigt sich dem Menschen im Guten aus. Und er zeigt sich dem Menschen im Schönen her. Den Menschen das zu verdeutlichen und ihnen wirklich nahe zu bringen, ist eine Berufung der Künstler.“

Gott erschließe sich durch das Wort. „Das Wort ist Fleisch geworden“, heiße es. Alle Verkünder dieser Welt kämen „von unten“, Christus komme als einziger „von oben“.

Gott erschließe sich weiterhin durch das „Sich-verschenken“. „Insofern Gott das Gute ist, nein, der Gute ist, ist er verschenkbar, verteilbar, vergebbar“, wie der Vater den Sohn an die Menschen vergeben habe. Mutter Teresa habe das Geben als die Essenz des Christentums bezeichnet. Zeugnis vom Evangelium sei immer auch die Tatverkündigung: „Wovon das Herz voll ist, läuft nicht nur der Mund über, sondern auch die Hand.“

Die dritte Form der Selbsterschließung Gottes sei das Sich-Zeigen: „Ich glaube, ein Moment, der im christlichen Glaubenszeugnis oft unterschlagen wird, ist die Wirklichkeit, dass Gott von einer faszinierenden Schönheit ist, ja, dass er die Herrlichkeit selbst ist“, so Meisner.

Für jeden Künstler und für jeden Christen müsse die Erfahrung der Emmaus-Jünger „Da gingen ihnen die Augen auf“ eine eigene, gültige Erfahrung werden, damit sie keine blinden Führer von Blinden seien, sondern Augenzeugen für Gottes Herrlichkeit und Schönheit in der Alltäglichkeit unserer Existenz.