Kardinal Meisner: Neustrukturierung in Köln dient der Verkündigung

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KÖLN, 4. September 2007 (ZENIT.org).- Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat in einem Interview mit der Kirchenzeitung seiner Diözese darauf hingewiesen, dass die Neuerungen, die ab 1. Januar 2008 in Kraft treten werden, in erster Linie darauf abzielten, „den Glauben zu entfalten“.



Die Neustrukturierung des Erzbistums sieht vor, die bestehenden 220 Seelsorgebereiche auf rund 180 zu reduzieren, in denen es in Zukunft einen leitenden Pfarrer und einen Pfarrgemeinderat geben wird. Mit dieser Maßnahme antwortet das Erzbistum auf den wachsenden Priestermangel und den demographischen Wandel. Sie soll die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Seelsorge von Gremien- und Verwaltungsarbeit entlasten.

„Wir haben dem Wandel der äußeren Bedingungen Rechnung zu tragen, aber nicht um der Strukturen willen, nicht um Liebgewonnenes um jeden Preis zu halten, sondern um den Menschen die Frohe Botschaft zu verkündigen, um wahrhaftige Zeugen zu sein, mit anderen Worten: um den Glauben zu entfalten“, bekräftigte Kardinal Meisner.

„Wenn wir eine missionarische ‚Geh-hin-Kirche‘ sein wollen, dürfen wir nicht so viel Zeit in Sitzungen und an Schreibtischen zubringen. Wir brauchen selbstverständlich die Menschen, die diese Arbeit für die Kirche tun und sich in Büros und Gremien um die Belange der Gemeinden kümmern, aber wir sollten uns nicht täuschen: Das ist nicht das Ziel, um dessen Willen Jesus Christus seine Apostel und uns alle in die Welt gesandt hat.“

Jeder Christ sei aufgrund der Taufe ein Mitarbeiter. „Wir lassen deshalb niemanden allein stehen, der seine Talente und seine Kräfte ins kirchliche Leben einbringen möchte, ganz im Gegenteil: Wir bitten darum.“

Kardinal Meisner wird gegen Jahresende ein Hirtenwort veröffentlichen, das „einen dringenden Aufruf und eine herzliche Bitte“ enthalten wird: „dass alle mit ihren kleinen oder großen Möglichkeiten mithelfen, in den gegenwärtigen Umbrüchen, die wir mit unseren Schwestern und Brüdern in der gesamten Kirche durchzustehen haben, die innere Einheit zu bewahren und unsere Zuversicht und unsere Hoffnung auf die Führung des Heiligen Geistes nicht zu verlieren. Meine Bitte um das beständige Gebet aller wird dann weiter darin stehen.“

Das vollständige Interview findet sich hier.