Kardinal Meisner würdigt Gründer von „Kirche in Not“, an dem jeder Maß nehmen kann

Der Gläubige sollte für die anderen ein „Helfer zu Glaube, Hoffnung und Liebe“ sein

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KÖNIGSTEIN, 24. Januar 2008 (ZENIT.org).- Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner hat den Gründer des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not, Pater Werenfried van Straaten, als „Institution mit Passion“ bezeichnet.



Während der Heiligen Messe zur Feier des fünften Todestages des Prämonstratensers, der am 31. Januar 2003 im Alter von 90 Jahren gestorben war, erklärte Kardinal Meisner am Samstag, dass Pater Werenfried so intensiv von Gott gesprochen habe, dass er „von vielen gehört und erhört worden“ sei. Er habe „in göttlicher Vollmacht“ gesprochen, so dass ihn „auch die Kirche des Schweigens hinter Mauern und Stacheldraht vernehmen konnte“. An der Eucharistiefeier im gut gefüllten Kölner Dom nahmen unter anderem der Internationale Präsident des Hilfswerkes, Hans-Peter Röthlin, und der neue Generalsekretär aus Frankreich, Pierre-Marie Morel, teil. Erzbischof Luis Sako von Kirkuk (Nordirak) konzelebrierte.

„Unser Glaube kann und darf nicht unsichtbar bleiben“, bekräftigte Kardinal Meisner mit Blick auf Pater Werenfried. „Er nahm das Lob der Menschen über seine geniale Lebensleistung kaum zur Kenntnis und reichte alles im Lobpreis an den zurück, von dem alles Gute in die Welt hineinströmt. Wir wissen, ,Eigenlob stinkt', Gotteslob aber inspiriert und hebt den Menschen über sich selbst hinaus. Darum ging man wohl von Pater Werenfried immer etwas besser weg, als man zu ihm hinkam.“

Der Gründer von „Kirche in Not“ habe seinen Glauben „überlaut vor aller Welt verkündet“. Darum sei ihm „ein so unwahrscheinliches Werk der Nächstenliebe zugewachsen, so dass wir heute staunend und dankbar davor stehen“. Pater Werenfried habe sich seines Glaubens nie geschämt, sondern er hatte „einen unverschämten Glauben, so dass er viele durch seine Glaubenskraft überzeugte und sie mit elementarer Kraft in sein Werk hineinzog“. Er habe „ein großes Herz“ und „einen großen Mund“ gehabt, so der Kardinal.

Der heilige Paulus habe in seinem ersten Brief an die Thessalonicher den Glauben der Christen als „Werk ihrer Hände“ definiert (vgl. 1 Thess 1,3). Pater Werenfried sei „gleichsam unser Handwerksmeister gewesen“, fuhr Kardinal Meisner fort, der Priester und Laien gleichermaßen dazu aufforderte, „nicht Landräte und Verwaltungsorgane des lieben Gottes in seiner Weltregierung“ zu sein, sondern „Helfer zu Glaube, Hoffnung und Liebe“ - für alle Menschen. Pater Werenfried habe es darin „zu einer wirklichen Meisterschaft gebracht“. Es lohne sich, „als Priester und Bischof seine eigene Glaubenspraxis an Pater Werenfried zu orientieren“.

Der am 17. Januar 1913 in Mijdrecht bei Amsterdam (Niederlande) geborene „Speckpater“ habe seinen Mitmenschen gezeigt, „dass der Unglaube der Gläubigen darin besteht, dass sie zu wenig an die Kraft des Senfkorns glauben“. Die Welt wisse nicht, „was unsere wirkliche Kraft ist und wo sie liegt. Wir sind mit der Gnade Gottes einem solchen Giganten des Reiches Gottes in Pater Werenfried auf die Spur gekommen“.

„Kirche in Not“, ein Hilfswerk päpstlichen Rechtes, untersteht direkt dem Heiligen Stuhl und unterhält Niederlassungen in 17 Ländern in Europa, den USA, Kanada, Australien und Lateinamerika. Jährlich unterstützt die 1947 gegründete Hilfsorganisation mehr als 5.000 pastorale Projekte in fast 140 Ländern.