Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga, neuer internationaler Caritas-Präsident

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ROM, 6. Juni 2007 (ZENIT.org).- Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga, Erzbischof von Tegucigalpa (Honduras), ist während der 18. Generalversammlung von „Caritas Internationalis“, die in diesen Tagen im Vatikan tagt, zum neuen internationalen Caritas-Präsident gewählt worden. Er wird Denis Viénot aus Frankreich beerben, der vor zwei Jahren als erster Laie in das höchste Leitungsamt der Caritas berufen worden war. Für die finanziellen Angelegenheiten wird in Zukunft Grigor Vidmar hauptverantwortlich sein. Morgen, Freitag, steht die Wahl des neuen Generalsekretärs auf dem Programm.



Kardinal Rodríguez wird am kommenden Samstag, dem Abschlusstag der Generalversammlung, offiziell die Leitung des gesamten Caritas-Verbands mit seinen 162 nationalen Teil-Organisationen übernehmen.

Aufgrund des V. Vollversammlung des lateinamerikanischen und karibischen Episkopats in Aparecida (Brasilien) war es dem designierten Präsidenten nicht möglich, an der Caritas-Generalversammlung teilzunehmen. In einem Telefongespräch aus Tegucigalpa erklärte er: „Ich möchte der Generalversammlung von ganzem Herzen meinen Dank aussprechen. Ich weiß das mir entgegengebrachte Vertrauen sehr zu schätzen.

In der Caritas müssen wir uns sehr für die Bedürfnisse der Armen einsetzen. Wenn wir wahre Jünger und Missionare sein wollen, dann müssen wir das sozial-pastorale Engagement aller unserer Mitglieder verbessern. Vor allem in dieser Zeit müssen wir die Güter teilen und für die Bewältigung sozialer Ungerechtigkeit eintreten. Am 40. Jahrestag von Populorum progressio müssen wir die Entwicklung als den Weg zur Linderung und Überwindung der Armut fördern.“

Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga SDB wurde am 29. Dezember 1942 in Tegucigalpa geboren und am 28. Juni 1970 zum Priester geweiht. Er erhielt einen Doktortitel in Theologie von der Päpstlichen Lateranuniversität. Des Weiteren hält er ein Diplom in klinischer Psychologie und Psychotherapie von der Leopold-Franz-Universität in Innsbruck.

Er lehrte Chemie, Physik und Musik an verschiedenen salesianischen Hochschulen in El Salvador, Honduras und Guatemala und wirkte als Professor für Moraltheologie und Ekklesiologie am Salesianischen Theologischen Institut wie auch als Rektor des Salesianischen Philosophischen Instituts in Guatemala.

Am 28. Oktober 1978 wurde er zum Titularbischof von Pudentiana und zum Weihbischof für Tegucigalpa ernannt, wo er am 8. Dezember desselben Jahres zum Bischof geweiht wurde. 14 Jahre später folgte am 8. Januar 1993 die Erhebung zum Erzbischof von Tegucigalpa. In den Jahren 1995 bis 1999 führte er im Lateinamerikanischen Bischofsrat (CELAM) den Vorsitz.

Gegenwärtig ist der zukünftige Präsident der weltweiten Caritas Vorsitzender der nationalen Bischofskonferenz in Honduras. Im Konsistorium vom 21. Februar 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal kreiert.