Kardinal Pell: Weltjugendtag trägt weiterhin reiche Frucht

Neues Benedikt-XVI.-Center für Klausurtagungen in Sydney eröffnet

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ROM, 10. April 2009 (ZENIT.org).- Sogar in einem säkularisierten Land wie Australien trage der Weltjugendtag 2008 in Sydney innerhalb wie außerhalb der Kirche reiche Frucht, erklärt Kardinal George Pell.



Der Erzbischof von Sydney sprach in Rom bei einem Treffen der Organisatoren der Weltjugendtage, das am 3. und 4. April stattfand, über die Auswirkungen des Großereignisses im Juli des vergangenen Jahres. Am Kongress nahmen 150 Teilnehmer aus verschiedenen Diözesen, Bischofskonferenzen und geistlichen Bewegungen teil, um den letzten internationalen Weltjugendtag zu bewerten und die nächste große internationale Jugendbegegnung mit dem Papst im Jahr 2011 in Madrid zu planen.

Kardinal Pell berichtete von seinen Erfahrungen beim Weltjugendtag in Sydney, nach dem viele Menschen „die katholische Kirche in einem anderen Licht“, gesehen hätten. 28 Prozent der australischen Bevölkerung ist katholisch. Viele Australier hätten die Kirche zuvor als „traditionell, konservativ, irgendwie verschlossen, institutionell und altmodisch“ betrachtet. Danach habe man sie als „international, offen und engagiert mit jungen Menschen“ angesehen.

Ein bedeutendes Ereignis sei der Kreuzweg gewesen, bei dem viele Australier „so positiv überrascht waren, dass tausende junge glückliche Menschen ein Leben als Gläubige führen - in Freundschaft und in Gebet. Das bewog viele, nochmals über Christus nachzudenken.“ Auch die Polizei soll über das gute Verhalten der jungen Pilger in diesen Tagen überrascht gewesen sein.

Vor dem Weltjugendtreffen habe es nur wenige Jugendgruppen in den Pfarreien Sydneys gegeben. Vor dem Großereignis habe die Erzdiözese 600 Studentenführer trainiert, die mit den Pilgern in 51 Schulen der Stadt zusammengearbeitet hätten und nun in nachfolgenden Aktivitäten beschäftigt seien. Viele Jugendbewegungen hätten bereits mit der Planung und dem Geldsammeln für den nächsten internationalen Weltjugendtag begonnen. Die Beziehungen zwischen Priestern und der Jugend seien gefestigt worden.

Aber auch Erwachsene seien durch des Glaubenszeugnis der Jugend in ihrem Glauben gestärkt worden. Familien, die Pilger bei sich aufnahmen, seien katholisch geworden.

Kardinal Pell ging auch auf die einzige katholische Homepage zur sozialen Vernetzung, Xt3.com, ein, die seine Diözese nach dem Weltjugendtag in Sydney einrichtete und die gegenwärtig 48.000 Mitglieder zählt, die ihre Erfahrungen im christlichen Leben nach diesem Ereignis austauschen. Auch ein Zentrum für Klausurtagungen wurde eröffnet und nach Benedikt XVI. benannt. Dort sollen junge wie erwachsene Glaubensleiter trainiert werden.

Ein Jahr nach dem Weltjugendtag bestätigte der Kardinal: „Der Heilige Vater spielt als Nachfolger des heiligen Petrus für die Einheit der Kirche weiterhin die vorrangige Rolle.“ Am Ende seiner Ausführungen erklärte Pell gegenüber ZENIT: „Es war ein Privileg, den Weltjugendtag zu veranstalten. Er kostete viel Geld und Anstrengung, aber es war ein großes Privileg und eine große Ehre, das zu tun.“

Von Carmen Elena Villa; Übersetzung von Stefan Beik