Kardinal Poupard für starke Allianz zwischen Glaube und Vernunft

Vortrag an der Oxford University

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LONDON, 9. März 2005 (ZENIT.org).- Die historische Analyse von Rationalismus und Fideismus zeige, wie notwenig eine "starke Allianz zwischen Vernunft und Glaube" sei, erklärte Kardinal Paul Poupard, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, an diesem Montag auf einer Konferenz, die zum Thema "Wissenschaft, Glaube und Kultur" an der Universität von Oxford abgehalten wurde.



In seinem Vortrag über "Hoffnung und Angst, die Kirche und die Wissenschaften" sprach der Kardinal gemäß einem Bericht von "Radio Vatikan" über die beiden Flügel, dank derer sich der menschliche Geist "zur Betrachtung der Wahrheit" aufschwingen könne: Vernunft und Glaube. Um ihre gegenseitige Zusammenarbeit zu ermöglichen, habe es vier notwendige historische Ereignisse gegeben, erklärte Poupard: Das Erste Vatikanische Konzil habe die "beiden antagonistischen Irrtümer" Fideismus und Rationalismus überwinden können und "vom Glauben als einer vernünftigen Huldigung an die Wahrheit" gesprochen.

Das zweite wichtige Ereignis auf den Weg der Aussöhnung von Glaube und Vernunft sei dann das Zweite Vatikanische Konzil mit "Gaudium et Spes" gewesen. In diesem Dokument "wurde zum ersten Mal ein ganzes Kapitel der Wahrheit und der Kultur gewidmet, unter besonderer Betonung der Autonomie der wissenschaftlichen Forschung". Das dritte Ereignis, dass der Kardinal nannte, steht im Zusammenhang mit der Errichtung jener Kommission durch Papst Johannes Paul II., die den "Fall Galileo" durchleuchtete. Diese Kommission arbeitete elf Jahre lang unter der Leitung von Kardinal Poupard. Im Jahr 1992 habe sie schließlich "auf sehr loyale Art und Weise jene Fehler zugegeben, die in der Vergangenheit begangen worden waren". Außerdem habe sie "die erkenntnistheoretische Frage" klären können.

Das letzte wegbereitende Ereignis hin zur Allianz zwischen Glaube und Vernunft sei das Jubiläum der Wissenschaftler im Jahr 2000 gewesen, sagte Poupard. Damals habe der Papst zusammen mit 2.500 Wissenschaftlern aus aller Welt eine neue Ära in der Beziehung zwischen Glaube und Wissenschaft eingeleitet.

So sei auch das Projekt "Science, Theology and Ontological Quest" ("Wissenschaft, Theologie und ontologische Suche") entstanden, an dem die in Rom angesiedelten päpstlichen Universitäten und Athenäen dank der Unterstützung der "Templeton Foundation" teilnehmen. Die neuen Ziele dieses Projekts wird Kardinal Poupard mit Universitätsprofessoren diesen Freitag im Vatikan bekannt geben.