Kardinal Renato Martino: Das organisierte Verbrechen entgeht nicht der Strafe Gottes

Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden zu Besuch in der italienischen Region Kalabrien

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ROM/POLSI, 5. September 2006 (ZENIT.org).- Kalabrien, die südlichste Provinz auf italienischem Festland, sei zwar ein wunderbar reiches Land, aber "durch das organisierte Verbrechen unterdrückt und blutgetränkt" – diese Botschaft, die auf die Machenschaften der kalabresischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta Bezug nimmt, überbrachte der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden ("Iustitia et Pax"), Kardinal Renato Martino, den Pilgern des italienischen Marienwallfahrtsorts Polsi.



Anlässlich der Krönung der "Madonna della Montagna", die in Polsi (Gemeinde Locri) verehrt wird, kritisierte der Kardinal auf das Schäfste die 'Ndrangheta, die von der italienischen Regierung noch vor der sizilianischen "Cosa Nostra" als die landesweit gefährlichste kriminelle Organisation eingestuft wird.

"Der tägliche Schauplatz unserer sozialen und öffentlichen Beziehungen", so Kardinal Martino, "scheint mitunter hoffnungslos zu sein; vor allem, wenn wir vor einer Welt stehen, in der die Werte der Liebe und der Solidarität verloren gegangen sind, einer Welt, die mit geballten Fäusten und blutbesudelten Händen sichtbar gemacht wird."

Der Kardinal, der den Heiligen Stuhl einst bei den Vereinten Nationen vertreten hatte, forderte vor diesem historischen Hintergrund die Gläubigen dazu auf, den Ruf der Umkehr zu vernehmen, der bereits in so vielen Menschen das Zeugnis der Hoffnung und Heiligkeit geweckt habe. Gott sei "in der Geschichte der bescheidenen und unterdrückten Menschen, die sich von ihm geliebt wissen und die mit ihm Mut, Würde und Hoffnung finden", immerfort zugegen, so Kardinal Martino. Und Gott sei auch in der Geschichte der Unterdrücker zugegen, jener Menschen, "die kein Herz und keine Skrupel haben und die dem Gericht Gottes nicht entrinnen werden". Aber auch diese Menschen rufe der Herr zur Umkehr, zu einem Leben, das das Siegel der Gerechtigkeit und des Miteinander-Teilens trage.

Kardinal Martino ermutigte die zahlreichen Pilger, den persönlichen Glauben an die wirksame Fürsprache der Gottesmutter Maria durch ein inständiges Gebet für Frieden und Gerechtigkeit zu bezeugen und selbst zu Zeugen der Hoffnung für eine soziale Erneuerung zu werden.