Kardinal Rodé: Geweihte Personen beziehen ihren Schwung aus dem Evangelium

Ihr Leben ist im Beispiel und in der Lehre Jesu Christi tief verwurzelt

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ROM, 9. Oktober 2008 (ZENIT.org).- Die zentrale Bedeutung des Wortes Gottes für die Erneuerung des geweihten Lebens stand im Mittelpunkt der Worte, die Kardinal Franc Rodé am 7. Oktober an die mehr als 400 Synodenväter richtete, die gegenwärtig im Vatikan tagen.



Die Zwölfte Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode widmet sich vom 5. bis zum 26. Oktober dem Thema „Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche“. Bei der Vorstellung der Ziele dieser historischen Zusammenkunft von Hirten, Theologen und einigen Vertretern anderer christlicher Konfessionen und Religionen aus aller Welt hatte der Generalsekretär der Bischofssynode, Erzbischof Nikola Eterović, am 3. Oktober vor Journalisten bekräftigt: „„Das Wort Gottes hören bedeutet, zu verstehen, was verkündet wird, und über die Verkündigung zu meditieren, damit sie Teil des konkreten Lebens wird.“

Kardinal Rodé, Präfekt der Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens, betonte in seinem Vortrag, dass die Erneuerung, zu der die geweihten Personen ständig aufgerufen seien, „ihre angemessenste Form in der Rückkehr zu den im Evangelium liegenden Wurzeln der Charismen“ finde. Gerade dort hole man sich neue Kraft und Inspiration.

„Wenn jedes Charisma ein evangeliumsgemäßes Wort des einzigen Wortes bildet, was ein besonderer Aspekt der Gesamtheit des Evangeliums ist, werden die geweihten, vollkommen gemäß dem Evangelium lebenden Personen das Licht finden, um die besondere im Evangelium wurzelnde Dimension zu erkennen, auf der das eigene Institut aufgebaut ist. Dies ist ein Weg, den die geweihten Personen in Gemeinschaft mit allen anderen Berufenen in der Kirche gehen müssen.“

Mit Worten Benedikts XVI. wies der Kurienkardinal darauf hin, dass das geweihte Leben tief im Beispiel und in der Lehre Jesu Christi verwurzelt sei und dass es sich die Jahrhunderte hindurch „immer am Evangelium als seiner obersten Regel inspiriert“ habe. Um lebendig und fruchtbar zu bleiben, seien die Ordensleute und alle anderen geweihten Personen gerufen, ständig zum Evangelium zurückzukehren. So entstehe „eine Ordensfamilie, die eben durch ihre Präsenz dann ihrerseits zur lebendigen ‚Exegese‘ des Wortes Gottes wird“ (vgl. Ansprache von Papst Benedikt XVI.).

Abschließend bekräftigte Kardinal Franc Rodé: „Wir hoffen, dass die Synodenväter den großen Beitrag, den das geweihte Leben der ganzen Kirche in den folgenden Bereichen gegeben hat und weiter geben wird, zur Kenntnis nehmen werden: das Studium und die Exegese des Wortes (Ècole Biblique de Jerusalem, Päpstliche Bibelinstitut, Studium biblicum Franciscanum) und die lebenswichtige Vertiefung des Wortes (Lectio divina).“