Kardinal Rodé weihte in Rom 55 Neupriester der Legionäre Christi

P. Sylvester Heereman (32) stammt aus Meerbusch am Niederrhein

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ROM, 25. Dezember 2006 (ZENIT.org).- Am Samstag weihte Kardinal Franc Rodé CM, Präfekt der Kongregation für die Ordensleute, in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore 55 Diakone der Legionäre Christi zu Priestern. Die Neugeweihten kommen aus zehn verschiedenen Ländern: Deutschland, Irland, Spanien, Italien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Brasilien, Chile und Venezuela. Der deutsche Sprachraum war durch P. Sylvester Heereman aus Meerbusch am Niederrhein vertreten.



Die neuen Priester sind zwischen 27 und 42 Jahre alt und haben seit dem Beginn ihres Noviziates durchschnittlich 13 Jahre Ausbildungszeit hinter sich. Neben Auslandserfahrungen, mehrjährigen Praktika und einem intensiven Studium stand darin besonders die geistliche Ausbildung im Mittelpunkt.

Mit den von einer alten Tradition bezeugten Reliquien der Krippe von Bethlehem erinnert die größte Marienkirche in der Ewigen Stadt an das Weihnachtsgeheimnis: So wie Christus zu Weihnachten auf der Erde Mensch wurde, so will er auch in jedem Priester aufs Neue unter den Mensch gegenwärtig sein, um sein Erlösungswerk in der Kirche weiterzuführen.

In seiner Predigt unterstrich Kardinal Rodé, wie wichtig dieses Kommen Gottes in unsere Welt von heute ist: „Die Welt braucht euch als Priester, weil die Welt Gott braucht, weil sie ohne ihn keinen Sinn hat, weil Gott das einzige Heilmittel gegen die Traurigkeit und Verzweiflung ist, weil er das einzige Heilmittel gegen den Tod ist.“ Für den priesterlichen Dienst riet der Purpurträger den Weihekandidaten, Diener des Evangeliums zu sein, welche die Erlösung zu allen Menschen zu tragen. „Lebt in der Freude! Keine Schwierigkeit oder Schwäche darf zur Traurigkeit oder Verzweiflung führen. Der Priester muss immer in der Sicherheit leben, unendlich geliebt zu sein mit einer ewigen und bedingungslosen Liebe.“

P. Sylvester Heereman (32) ist zusammen mit seinen fünf Geschwistern in Ossum-Bösinghoven, einem Ortsteil von Meerbusch am Niederrhein, aufgewachsen. Sein Vater, Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck, ist geschäftsführender Präsident des Malteser Hilfsdienstes, seine Mutter, Michaela Freifrau Heereman von Zuydtwyck, eine profilierte katholische Buchautorin mit einer reichen Vortragstätigkeit zu Erziehungs- und Familienfragen. Als Elftklässler lernte Sylvester mehr oder weniger zufällig das Noviziat der Legionäre Christi kennen. „Ich war damals nicht besonders am Glauben interessiert. Er köchelte sozusagen auf Sparflamme, von meinem Glaubensleben war nur noch ein bisschen Glut unter der Asche übrig geblieben. Aber bei meinem Besuch im Noviziat wusste ich sofort: Hier bin ich zu Hause. Heute weiß ich, dass mir diese völlig unerwartete und nicht gesuchte Gewissheit von Gott geschenkt wurde.“

Nach dem Abitur trat Sylvester schließlich 1994 in das Noviziat der Legionäre Christi in Deutschland ein, wo er den Iren Dominic Farrell, den Amerikaner Michael Mullan und den Mexikaner Alejandro Arias kennen lernte, die heute ebenfalls mit ihm geweiht wurden. Nach der zeitlichen Profess 1996 führte ihn sein weiterer Ausbildungsweg nach Spanien, Italien und auch wieder nach Deutschland, wo er im Bad Münstereifel zwei Jahre als Assistent des Novizenmeisters tätig war. Später konnte er neben seinem Studium in Rom auch als Sekretär des Territorialdirektors (Provinzials) und als Assistent des Rektors des Studienzentrums wichtige Erfahrungen für seine neuen Aufgaben sammeln, die ihn nach seiner Priesterweihe erwarten: Hausoberer der Niederlassung der Legionäre Christi in Paris und Assistent des Territorialdirektors für die Apostolate der Legionäre Christi in Frankreich und Mitteleuropa.

Über 2.500 Gäste waren zur Priesterweihe gekommen. Gegenwärtig war auch der Generalobere der Kongregation, P. Álvaro Corcuera, der einen Großteil der Neugeweihten in seiner frühren Funktion als Rektor des Studienzentrums persönlich begleitet hat. Die Bedeutung des heutigen Tages fasste er mit diesen Worten zusammen: „Wir haben alle darum gebetet, dass sie heiligmäßige Priester werden; dass sie Gott lieben und den Menschen dienen; dass sie Priester nach dem Herzen Christi sind, die ihn kennen, lieben und anderen weitergeben.“

Nach den Weihnachtsfeiertagen, die die Neupriester mit ihren Familien und Mitbrüdern verbringen, beginnt ihr priesterlicher Dienst in den vielfältigen Apostolaten der Kongregation.

Die Legionäre Christi sind derzeit für die Ausbildung von 2.500 eigenen Ordens- und weiteren 400 Diözesanseminaristen verantwortlich. Darüber hinaus betreuen sie über 65.000 Mitglieder der Apostolatsbewegung Regnum Christi, die weltweit 15 Universitäten und 162 Schulen unterhält, in denen über 115.000 Jugendliche ausbildet werden. Hinzu kommen zahlreiche Jugendclubs, Werke der Nächstenliebe und Einrichtungen zur Unterstützung der Familienpastoral, die im Dienst der Ortskirche und der Pfarreien stehen, sowie ein Missionsgebiet von der Größe der Schweiz in Mexiko, in dem rund 1,2 Millionen Menschen und 366 Kirchen und Kapellen zu versorgen sind. Auch in Deutschland erfreut sich die Kongregation eines kontinuierlichen Wachstums. Im vergangen Jahr sind acht junge Männer ins Noviziat in Bad Münstereifel eingetreten, und in Düsseldorf konnte ein zweisprachiger katholischer Kindergarten eröffnet werden.

Bevor sie sich aus Rom verabschieden, werden die 55 Neupriester mit ihren Familien und über 600 weiteren Legionären Christi an am kommenden Mittwoch, den 27. Dezember, an der Generalaudienz des Papstes teilnehmen, um durch dieses Zeichen ihr treues Festhalten an seinem Lehr- und Hirtenamt zu bekräftigen und ihn um seinen Segen für ihren künftigen priesterlichen Dienst zu bitten.