Kardinal Rouco Varela: Die Kirche weiß, wie wichtig das Fernsehen für die Verbreitung des Evangeliums ist

Eröffnung des ersten Weltkongresses für katholisches Fernsehen in Madrid

| 529 klicks

ROM, 11. Oktober 2006 (ZENIT.org).- Beim Auftakt des ersten Weltkongresses für die über 2.000 existierenden katholischen Fernsehsender bekräftigte der Madrider Erzbischof Kardinal Rouco Varela am Dienstag vor rund 300 Kongressteilnehmern, dass nun der historische Augenblick gekommen sei, um die vorhandenen Kräfte systematisch zu bündeln. Dafür seien Weitsicht und eine kirchliche Gesinnung gefragt, fügte er hinzu.



Kardinal Rouco Varela sieht den TV-Kongress als Zeichen dafür, dass sich die Kirche nun bewusst sei, welch wichtige Rolle das Fernsehen für den Missionsauftrag der Kirche spielen könne. Mit dem Fernsehen könne die „Gute Nachricht des Evangeliums“ mengenmäßig und mit hoher Qualität Orte, Schichten und Leute erreichen, die auf anderen Wegen der Kommunikation nicht zu erreichen seien. Zudem könne aber „die ausgesprochene Lebendigkeit und Anschaulichkeit, die dem Medium Fernsehen zu Eigen ist, dem Zuschauer Informationen bieten“ und zu dessen Bildung beitragen. Und dies mit „einem positiven Inhalt und mit einer Fähigkeit zur Dialektik“.

Der Gastgeber der ersten internationalen Begegnung dieser Art unterstrich, dass die genannten Merkmale dazu dienen könnten, die Verbreitung von „Fehlinformationen und Doppeldeutigkeiten in Bezug auf die Wahrheiten und Eckdaten des Glaubens und des Lebens der Kirche einzudämmen“.

Kardinal Rouco Varela gab in seiner Festansprache zu bedenken, dass „ein Fernsehprogramm, das von seiner ganzer Programmatik her eine spezifisch religiöse Ausrichtung hat und im Ganzen von einer christlichen Sicht der Welt und des Menschen getragen wird, wirtschaftlich und nach professionellen Maßstäben praktisch undurchführbar ist, wenn der Leiter oder der gesetzliche Träger der Fernsehanstalt nicht kanonisch in der Kirche verortet ist, auf welche Weise auch immer“.

Nun sei der „historische Augenblick“ gekommen, um „in den unterschiedlichen geographischen und kulturellen Regionen, in denen die Kirche präsent ist, den Weg der Institutionalisierung der katholischen Fernsehsender einzuschlagen“.

In diesem Zusammenhang unterstrich der Kardinal, dass es an der Zeit sei, „im technischen Bereich und in der Pastoral ein System der gegenseitigen Beziehungen und der wirtschaftlich-finanziellen Zusammenarbeit aufzubauen, und dies eben mit pastoralem Realismus, aber auch mit Weitblick und kirchlicher Bereitschaft“.