Kardinal Schönborn: „Christen des Heiligen Landes nicht vergessen“

Herbst-Vollversammlung der österreichischen Bischöfe erstmals in der Heimat Jesu

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Jerusalem, 6.11.07 (KAP) Die erste Vollversammlung der österreichischen Bischöfe im Heiligen Land (4. – 10. November), die im Zeichen des Papstbesuchs im September steht (vgl. Tag 1, Tag 2 und Tag 3 beziehungsweise Auftrag und Rückblick), ist nach Worten ihres Vorsitzenden eine Pilgerfahrt und Ausdruck der Solidarität mit den dort lebenden Christen.



„Es geht uns Bischöfen um die Hinwendung zu den ‚Wurzeln des Christentums‘“, erklärte der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn am Montagabend in Rama (Galiläa). „Unsere geistlichen Wurzeln sind in diesem Land; die hiesigen Christen sind die lebendigen Zeugen des Glaubens.“

Der Kardinal appellierte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kathpress an die christliche Welt, die Christen des Heiligen Landes, die „schwierige Zeiten durchzustehen“ hätten, nicht zu vergessen.

Christus sei am Kreuz gestorben, um die Menschen zu vereinen, nicht um sie zu trennen, so Schönborn. Das Miteinander der Christen verschiedener Konfession in einem Ort wie Rama sei dafür ein schönes Zeugnis.

Die Christen in Europa können nach Worten von Weihbischof Giacinto Bulos Marcuzzo, dem Generalvikar des lateinischen Patriarchen von Jerusalem für den Staat Israel mit Amtssitz in Nazareth, vor allem zwei Dinge für die Christen in der Heimat Jesu tun: „Kommt als Pilger zu uns und helft uns, Schulen zu bauen.“ Die katholischen Schulen hätten im Heiligen Land eine außerordentliche Bedeutung; auch Muslime und Drusen kämen zum Patriarchen, um ihn um die Eröffnung einer Schule zu bitten.

Morgen, Donnerstag, werden die österreichischen Bischöfe die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem besuchen, um dort insbesondere der 1,5 Millionen Kinder gedenken, die der Shoah zum Opfer gefallen sind. Am Nachmittag werden sie die Klagemauer besichtigen.

Für Freitagnachmittag ist der Besuch des einzigen Kinderkrankenhauses in den Palästinensergebieten vorgesehen, dem „Caritas Baby Hospital“ in Bethlehem. Nach der Eucharistiefeier in der Hieronymusgrotte werden sie mit dem lateinischen Patriarchen Michel Sabbah im Priesterseminar in Beit Jala zusammentreffen.