Kardinal Schönborn: Die Heiligen machen die Kirche lebendig

Medienempfang der Erzdiözese Wien im Zeichen des Papstbesuchs in Österreich

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WIEN, 14. Juni 2007 (ZENIT.org).- Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn lüftete am Mittwochabend vor zahlreichen Journalisten das „Geheimnis, warum die Kirche auch nach 2.000 Jahren so lebendig ist“.



Mit Worten, die Hans Urs von Balthasar entlehnt sind, stellte er fest: „Es gibt nur eine Evidenz des Christentums: die Heiligen.“ Und das „Geheimnis der Attraktion“ dieser Menschen, der Heiligen – „eines heiligen Antonius von Padua, eines Padre Pio, eines Johannes Paul II.“ –, sei wie eine Flamme, die uns erkennen lasse, „dass es Menschen gibt, die nicht von sich selber voll sind, sondern die von Gott voll sind“.

Kardinal Schönborn berichtete in diesem Zusammenhang von einer persönlichen Begegnung mit Pater Pio (1887 - 1968) in Italien, die für sein Leben prägend geblieben sei.

Mit Blick auf den bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich (7.-9. September) lenkte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz anschließend das Augenmerk der Medienvertreter auf die Tatsache, dass der Papst „Heiliger Vater“ genannt wird. Daraus werde ersichtlich, dass Benedikt XVI. etwas in sich trage, „was größer ist als alle Organisation“; etwas, was Menschenmassen dazu veranlasse, Sonntag für Sonntag auf den Petersplatz zu kommen, um diesen „Mann im weißen Gewand“ zuzuhören und ihn zu sehen.

Auch wenn es nicht oft ausgesprochen werde, sei es tatsächlich so: „Es ist der vicarius Christi“ – oder, wie die heilige Katharina von Siena zu sagen pflegte, „il dolce Cristo della terra“, der süße Christus auf Erden. „Das ist das Faszinierende“, fügte Kardinal Schönborn hinzu. Sein früherer Theologieprofessor sei heute „nicht mehr Professor Ratzinger, sondern Petrus“. Das sei ein „faszinierendes Geheimnis“.

„Wir stehen alle – bewusst oder unbewusst – in dieser Faszination“, so Kardinal Schönborn. „Das ist das Schöne dieses Papstbesuchs.“

Am Medienempfang der Erzdiözese Wien nahmen in diesem Jahr unter anderem auch P. Federico Lombardi SJ, Leiter des Pressebüros des Heiligen Stuhls, und P. Eberhard von Gemmingen SJ teil, der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von „Radio Vatikan“. Kardinal Schönborn nutzte die Gelegenheit, um allen Anwesenden für die Berichterstattung über die Vorbereitungen zum Papstbesuch zu danken.