Kardinal Schönborn: Erneuerung Europas beginnt bei der Familie

Die Krise Europas ist eine Krise der Familie

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JERUSALEM/WIEN, 31. März 2008 (ZENIT.org).- Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn hat am Rande eines mehrtägigen Bischofstreffens über die Evangelisierung Europas im Heiligen Land darauf aufmerksam gemacht, dass Europa in den vergangenen 40 Jahren drei Mal Nein zur eigenen Zukunft gesagt habe. Die katholische Kirche sei de facto die einzige Kraft im Alten Kontinent, die heute für die Zukunft eintrete, betonte der Kardinal im Gespräch mit der italienischen Tageszeitung „Avvenire“.

Nach dem Nein zur Enzyklika Pauls VI. „Humanae vitae“ (1968), der Einführung der Fristenregelung und schließlich der so genannten „Homo-Ehe“ gehe es heute vor allem darum, junge Paare zu ermutigen, die „großzügig Ja zum Leben sagen – und damit zur Zukunft", so der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz.

Wie die Pressestelle der Erzdiözese Wien heute, Montag, berichtete, nahm der Kardinal auf Einladung des „Neokatechumenalen Weges“ wie zahlreiche andere Bischöfe auch an einer internationale Begegnung in der Domus Galilaeae auf dem Berg der Seligpreisungen teil.

Während einer Eucharistiefeuer mit mehr als 150 Hirten aus aller Welt im Jerusalemer Abendmahlsaal, der nur selten für katholische Messen freigegeben wird, hatte Kardinal Schönborn auf die Bedeutung der Familie für die neue Evangelisierung Europas hingewiesen.

Gegenüber ZENIT hatte der Kardinal im Vorfeld des Papstbesuchs in Österreich erklärt: „Das Ja zur Zukunft kann nur heißen: Ja zu Kindern. Und ich denke, es beginnt allmählich bei vielen Menschen in Europa ein Aufwachen, ein Bewusstwerden, dass man sich hier entscheiden muss. Und das Ja zur Zukunf ist schon etwas Schönes, wenn man glaubt, dass die Zukunft eine Hoffnung hat“ (vgl. Interview).

Kardinal Stanislaw Dziwisz, Erzbischof von Krakau und früherer Sekretär von Papst Johannes Paul II., der ebenfalls am Bischofstreffen teilnahm, betonte seinerseits gegenüber „Avvenire“, dass die Krise Europas eine „Krise der Familie“ sei. Nur durch die Renaissance der Familie könne Europa erneuert werden. Daher sei der Vorschlag des „Neokatechumenalen Wegs“ so wichtig, weil er von der Erneuerung der Familie ausgehe. Dziwisz erinnerte diesbezüglich an den direkten Vorgänger Benedikts XVI. und brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der verstorbene Papst bald selig gesprochen und zum „Patron der neuen Evangelisierung“ proklamiert werde.

An dem Treffen im Heiligen Land nahmen neben Kardinal Schönborn und Kardinal Dziwisz unter anderem auch der Primas von Gallien, Kardinal Philippe Barbarin, und der Primas von Polen, Kardinal Jozef Glemp, teil sowie der Madrider Erzbischof Antonio Kardinal Rouco Varela und der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Joachim Meisner. Als Vertreter des Papstes und der Kurie waren die Kardinäle Paul J. Cordes (Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum) und Stanislaw Rylko (Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien) ins Heilige Land gepilgert.