Kardinal Schönborn: „Mission heißt zuerst Gott geben“

Die Wiener Innenstadt im Zeichen des Weltmissionssonntags

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WIEN, 20. Oktober 2008 (ZENIT.org).- „Mission heißt zuerst Gott geben; Menschen das geben, was das Wichtigste ist - Gott“, bekräftigte der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn gestern, am Weltmissionssonntag.

Der Kardinal feierte im bis auf den letzten Platz gefüllten Wiener Stephansdom ein Pontifikalhochamt und nahm anschließend an einem großen Fest für Kinder und ihre Familien teil, das von den Päpstlichen Missionswerken in Österreich (Missio) organisiert worden war. Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Msgr. Leo-M. Maasburg, konzelbrierte mit Kardinal Schönborn, der in seiner Predigt nicht nur auf den Hirtenbrief der Bischöfe zum Weltmissionssonntag Bezug nahm, sondern zudem alle aufrief, sich großzügig an der größten Solidaritätsaktion der Welt zu beteiligen.

„Greifen Sie heute bitte tief in die Tasche. Es ist wirklich lebensnotwendig für die Weltkirche, dass die Päpstlichen Missionswerke weltweit sammeln, damit die armen Diözesen leben können.“

Das anschließende Kinderfest stand ganz im Zeichen des diesjährigen Missio-Beispielslands Kolumbien: Kolumbianische Tänze wurden aufgeführt und lateinamerikanische Köstlichkeiten serviert. Samira Sanmartin Arteaga, Missio-Gast aus Kolumbien, berichtete über ihre Arbeit mit Flüchtlingskindern und die Situation in ihrer Heimat (ZENIT berichtete).

Kardinal Christoph Schönborn sprach mit den Kindern über Mission. Er fragte sie, was denn das bedeute, und die Kinder kamen schon bald darauf, dass es sich um eine Aufgabe handeln müsse. „Ja, ich habe eine Mission: Ich muss Aufgaben machen!“, meinte eines der Kinder. „Ich passe auf meine kleine Schwester auf!“, erklärte ein anderes.

Für Heiterkeit sorgte eines der Kinder, das auf die Frage von Kardinal Schönborn: „Und habe ich auch eine Mission?“, sofort laut und überzeugt „Nein!“ ausrief. Der Kardinal antwortete: „Doch, jeder hat eine Mission, einen Auftrag, eine Botschaft! Unsere Botschaft lautet ‚Jesus ist auferstanden! Gott liebt dich’“, und dankte den Kindern für ihren missionarischen Einsatz und ihre Hilfe für die Kinder in Kolumbien.

Msgr. Maasburg freute sich über das gelungene Fest und dankte insbesondere all jenen, „die durch ihr Gebet und ihre Spende den Weltmissionssonntag zu dem machen, was er ist: die größte Solidaritätsaktion der Welt“.

Über 1.100 der weltweit 2.500 Diözesen der katholischen Kirche befinden sich in den ärmsten Ländern der Welt. Sie sind bei der Verwirklichung ihrer großen pastoralen und sozialen Aufgaben auf materielle Unterstützungen angewiesen. Die Sammlung am Weltmissionssonntag dient dazu, diesen Ortskirchen ein „Existenzminimum“ zu sichern. Dabei geht es in erster Linie nicht um bestimmte Projekte, sondern um die täglichen Ausgaben, ums Überleben. Online-Spenden sind hier möglich: www.missio.at.